Warum ich nicht bei Snapchat bin

Snapchat ist das Big Thing aktuell. Überall hört man davon. Jeder scheint ein Profil zu haben und unentwegt Snaps zu produzieren. Da ich stets interessiert an neuer Technik bin hab ich mir das auch angesehen. Ich hab mir meine Gedanken dazu gemacht und entschieden: Snapchat – nicht für mich. Dazu ist mir meine Zeit zu schade. Du fragst warum? Erklär ich dir gerne.

Update: seit es Instagram-Stories gibt, hab ich mir das Thema nochmal angesehen. Ich muss sagen, meine Meinung hat sich geändert, denn auch ich lass mich gerne überzeugen, wenn ich den Wert einer Sache erkenne. 

Snapchat wird gerade super gehypt. Bei Facebook sehe ich Profilbilder mit dem Snapchat-Geist. Bei Instagram lese ich, dass ich auf Snapchat folgen soll um eine Live-Impression vom gezeigten Bild zu bekommen. Ich sehe Bilder von Menschen mit virtuellen Blumenkränzen, Hundeschnautzen und Regenbogenkotze. Doch irgendwie weckt das alles in mir keine Neugierde, sondern Ratlosigkeit. Vor allem wenn man bedenkt, was das Hauptmerkmal von Snapchat ist.

Snapchat ist eine Social Media Plattform in der du Fotos und Videos aufnehmen und hochladen kannst. Die Videos sind dabei maximal 10 Sekunden lang. Genauso lang dauert es auch, bis sich das Video oder Foto nach dem Ansehen löscht. 10 fucking Sekunden! Klar gibt es ein paar Tricks um die Beiträge länger zu behalten. Aber der eigentliche Sinn der Sache ist, dass alles nach 10 Sekunden wieder gelöscht wird.

Ernsthaft?!

Ich soll also all den Aufwand betreiben, für 10 Sekunden? Ich muss ein Motiv finden (vielleicht sind es bei Snapchat deshalb so oft Selfies) ich muss das Foto oder Video aufnehmen, ich muss es bearbeiten und Filter drüberlegen, ich muss ggf. ach-so-witzige Elemente dazufügen und ich muss es posten. Ich behaupte, all das dauert länger als 10 Sekunden. Und wofür das alles? Damit meine Follower sich den Snap einmal ansehen und sofort vergessen, wenn es vorbei ist. Denn da steht ja schon der nächste Snap in der Warteschlange und nochmal ansehen – ach geht ja nicht. Aber andersrum kannst du als Follower auch nicht ewig warten. Spätestens nach 24 Stunden ist der Snap weg, egal ob du ihn gesehen hast oder nicht. Also denk dran, jeden Tag einloggen, Snaps gucken und bloß nichts verpassen. Wenn du dich morgen nicht mehr an meinen Snap erinnern kannst, macht nichts. Hauptsache du hast ihn einmal gesehen.

Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber für mich klingt das nach einer ziemlichen Zeitverschwendung von beiden Seiten. Nach einem ziemlichen Druckaufbau, bloß nichts zu verpassen. Nach ziemlich viel Aufwand für ziemlich wenig Nachhaltigkeit.

Update: Ich bin immer noch nicht bei Snapchat aber ich liebe Instagram. Und seit Instagram die Stories eingeführt hat, siegte meine Neugier und ich hab sie mir mal angesehen. Zu Beginn war ich wirklich enttäuscht und es bewahrheitete sich, was ich oben geschrieben hab. Bis ich ein paar Nutzer fand, die einen Unterschied darstellten. Ich habe Nutzer gefunden, die wirklich Geschichten mit den Stories erzählt haben. Die mir wirklich etwas Spannendes gezeigt haben. Und das ganz ohne Regenbogenkotze. Plötzlich machte das Ganze Sinn!

Wenn ich ein Foto aufnehme, dann möchte ich den Moment festhalten. Ich möchte meine Fotos und Videos nicht für 10 Sekunden erstellen, sondern für die Ewigkeit. Oder jedenfalls so lange wie das jeweiliges Speichermedium Bestand hat. Ich habe Lust darauf, wirklich Aufwand und Arbeit in meine Fotos und Videos zu investieren. Einfach weil ich etwas Schönes, Informatives oder Unterhaltsames produzieren will. Oder weil ich etwas in seiner ganzen Schönheit abbilden will. Dabei möchte ich auch nach Jahren mir das Foto wieder vornehmen können um mich zu diesem magischen Moment zurückzuversetzen. Wie soll das gehen, wenn es nach 10 Sekunden schon wieder gelöscht wird?

Update: Ich finde es meistens schöner, wenn die Fotos weiterhin im Instagram-Stream auftauchen. Aber manche Fotos sind einfach nur spontan mit dem Handy aufgenommen und passen sehr gut zu den Stories. Bei Tipps oder „How-to“-Tutorials kommt es darauf an, wie leicht diese zu verstehen sind. Wenn sie zu komplex werden, wünsche ich sie mir lieber im Rahmen eines Blogbeitrags oder eines YouTube-Videos. 

Snapchat

Außerdem möchte ich selbst bestimmen, wann ich mir die Zeit dafür nehme, die Beiträge von anderen anzusehen. Blogbeiträge lesen, die Instagram-Timeline durchscrollen, einen Vlog ansehen…das alles tue ich ganz bewusst. Nicht selten bereite ich mir vorher einen Kaffee oder Tee zu, kuschele mich in eine bequeme Ecke und lass mich inspirieren. Es kann vorkommen, dass ich während der Woche nicht dazu komme. Dann nehme ich mir die Zeit am Wochenende. Ganz bewusst und nur dafür. Das ist für mich eine kleine Auszeit, ein Moment für mich. Aber nicht etwas, was ich täglich tun muss um bloß nicht den neuesten Snap zu verpassen.

Update: Das stimmt immer noch. Ich setze mir gezielt Zeiten, an denen ich meinen Instagram-Feed durchsehe. Da ich mittlerweile sehr vielen Menschen folge, schau ich mir Instagram oft einmal am Tag gezielt an. Dann auch gerne mal eine Story mittlerweile. Inzwischen nehme ich sogar gerne selbst Stories auf. Denn, ich muss zugeben, es macht Spaß und es ist eine gute Übung, vor einer Kamera zu reden und schnell auf den Punkt zu kommen mit dem was ich eigentlich sagen will. 

Wir beschweren uns, das unser Leben immer schnelllebiger und flüchtiger wird. Aber im Gegenzug dazu installieren wir ein Dienst wie Snapchat. Er mag durchaus seine Berechtigung haben, die Nutzerzahlen geben ihm recht. Aber dennoch verstehe ich den Hype nicht. Bitte, wenn es ein Killerargument dafür gibt, sagt es mir.

Ansonsten werdet ihr mich auch weiterhin nicht auf Snapchat antreffen.

Update: Ich habe, wie gesagt einige Argumente gefunden, die für die Kurz-Videos sprechen. Zumindest wenn der Verfasser eine gute Story draus macht. Ich bin jedoch immer noch nicht bei Snapchat. Aber mittlerweile macht es mir sehr viel Spaß Stories zu sehen und auch selbst aufzunehmen. 

Was ist deine Meinung zu Snapchat? Hat sich deine Meinung dank den Instagram-Stories geändert?

8 Responses
  1. Hallo Sarah,

    danke für Deinen offenen Beitrag zu diesem Thema. Auch ich kann mit Snapchat nicht viel anfangen, was die „Sender“-Seite betrifft. Andererseits bekommt man Einblicke von spannenden Persönlichkeiten, sofern man diese sucht.

    So weit ich das erkenne, ist die App ohnehin für die Zielgruppe U-25 attraktiv. Und da ist schnelle, unkomplizierte Kommunikation angesagt. Das bedeutet natürlich nicht, dass wir alle auf diesen Zug aufspringen müssen. Mir geht es ganz genauso wie Dir: Bewusst lesen bzw. schauen, sich auf den Inhalt wirklich einlassen.

    Lieben Gruß
    Benjamin

    1. Sarah

      Hallo Benjamin,

      ich hab mich mit dem Thema befasst weil viele befreundete Blogger sich plötzlich bei Snapchat anmelden. Und die sind meistens älter als 25. 😉

      Viele Grüße,

      Sarah.

    1. Sarah

      Hallo Monika,

      sorry dein Kommentar ist irgendwie in den Spam gerutscht.

      Mir geht es nicht mal um meine Reputation bei Snapchat. Aber ich finde es sehr zeitaufwändig und es erzeugt diese Abhängigkeit nichts zu verpassen.
      Aber hey, wie gesagt, vielleicht gibt es ein Killer-Argument das mich irgendwann umstimmt?! Warum magst du genau an Snapchat? Warum funktioniert es so gut für dich?

  2. Also ich kann mit snapchat auch nichts anfangen. In unserer Branche wird es zur Zeit auch sehr gehyped und ich denke nur „super – noch so ein Social-Media-Ding, das man mitmachen ‚muss'“ wir haben uns auf der Arbeit deswegen darauf geeinigt, dass wir es nicht machen. Denn wir sehen es so: unsere Social Aktivität soll sinnvoll/gehaltvoll sein und lieber machen wir etwas nicht, als etwas „halbgares“. Ebenso sehr ich die instastories. Wenn ich ein Video mache, soll es auch bleiben, schließlich macht man sich einfach damit eine gewissen Mühe. Wie du gesagt hast. Außerdem: wenn ich etwas „nachhaltiges“ teile, dann denke ich eher darüber nach, was ich teile. Und bei snapchat/stories habe ich das Gefühl, dass einfach nur irgendetwas geteilt wird, damit nicht NICHTS geteilt wird und der Account einstaubt. 😉
    (Und an dieser Stelle fällt mir mein mehr als eingestaubte Blog ein 🙈 )

    1. Sarah

      Hallo Vic,

      danke dir. Ich finde die Instastories auch nicht so toll. Ich liebe Instagram, habe mir deshalb auch mal ein paar Stories angesehen. Ich bin immer noch nicht überzeugt und finde sie in den meisten Fällen weiterhin nicht wirklich interessant.

  3. Lukaso

    Hallo ! Ich denke nicht das jemand das hier noch lesen wird, doch ich muss mich unbedingt zu diesem Thema äussern.. Ich lebe in Wien und bin in der Jugendlichen Szene sehr informiert. Die Situation Snapchat verschlimmerte sich in meinen Augen in den letzten Jahren um ein vielfaches.

    Es geht nicht mehr nur um die 10s Bilder die man verschicken kann, sondern es geht fast ausschließlich um Snap-Flammen oder auch Streaks genannt. Diese Funktion hat sich in der Jugendszene Wien schon längst etabliert und ist für die allermeisten zum Alltag geworden.

    Es geht darum einem oder mehreren freunden JEDEN Tag mindestens 1-2 Bilder zu schicken um eine Streak aufzubauen also z.b 3 tage hintereinander mit einer Person snappen und schwupps hast du schon 3 Flammen mit ihr. Unglaublich innovativ nicht wahr? Jetzt denkt ihr vielleicht „ja sie sind ja nicht gezwungen diese Streaks weiterzuführen oder? falsch Es wird wie ein Ritual für die jugendlichen da sie es jeden tag immer und immer wieder wiederholen . Die Kinder werden dann mit lustigen filtern usw angelockt und fangen genauso mit diesen flammen an weil die anderen oder grösseren es JA auch machen. Sie vergessen dadurch was wirklich wichtig ist im leben und verblöden total. In meinen Augen ist das die grösste Zeitverschwendung. Also wenn ihr Snapchat benutzt empfehl ich euch löscht es ..

    1. Sarah

      Hallo Lukaso,

      natürlich ließt das hier noch jemand.
      Ich kannte diese Streaks bisher noch nicht. Allerdings sehe ich das nicht so kritisch, sondern eher als Spielerei. Auch wenn es vielleicht eine Art Ritual ist, wird niemand gezwungen dabei mitzumachen. Auch wenn es für die Kinder (um mal deinen Begriff aufzugreifen) vielleicht anfangs interessant ist, kann es gut sein dass es irgendwann langweilig wird. Vielleicht aber auch nicht. Ich finde das jetzt nicht so schlimm. Es gab viele andere Sachen die wir als Kinder und Jugendliche getan haben, die in den Augen der Erwachsenen damals Zeitverschwendung waren. Auch damals dachte man, wir verblöden weil wir dauern vor den ersten Gameboys und Super Nintendos hockten.

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