Warum du unbedingt mal Shoppingfasten ausprobieren solltest

Dieses Jahr hab auch ich die Zeit zwischen Fastnacht und Ostern genutzt um zu fasten. Genauer gesagt habe ich mir ein Shoppingfasten auferlegt. Was das bedeutet und warum ich das getan habe, kannst du hier nachlesen. Genauso erzähle ich dir, warum du es unbedingt mal ausprobieren solltest und gebe dir Tipps für die langfristige Wirkung.

Ich bin absolut nicht religiös. Aber ich mag es gerne, wenn ich feste Anker im Kalender habe, an denen ich Veränderungen in meinem Leben und meinen Gewohnheiten festmachen kann. So etwa wie der 1. Januar, um mir neue Vorsätze und Ziele zu setzen. Oder eben die Fastenzeit.

Dieses Jahr habe ich diese 40 Tage unter das Motto Shoppingfasten gestellt.

Was bedeutet Shoppingfasten?

Ich habe mir das Ziel gesetzt, 40 Tage lang nichts zu kaufen, es sei denn es handelt sich um Lebensmittel oder absolut unvermeidbare Einkäufe. Das bedeutet: Keine Bücher, keine Kleidung, Schuhe oder Accessoires, keine Deko usw.

Warum tue ich das?

Ich wollte mein Konsumverhalten und meine Gewohnheiten in dieser Richtung wieder überprüfen. In meinen Zielen für dieses Jahr habe ich festgelegt, weniger zu konsumieren und mehr zu erleben. Und trotzdem tue ich es unterschwellig doch, mindestens alle 2 Wochen, oft auch häufiger kaufe ich irgendwas Neues. Auch wenn ich mittlerweile sehr darauf achte, wie und wo die Dinge die ich einkaufe hergestellt und verpackt sind, so ist es trotzdem Konsum. Ich stellte fest, obwohl ich so viel aussortiert hatte, häufte ich nach und nach wieder Zeug an. Das ist eigentlich nicht der Sinn der Sache, also wollte ich gegensteuern.

Wie ist es gelaufen?

Überraschenderweise war es zu Beginn schwerer als gedacht. Plötzlich war die Verlockung überall, sei es Kleidung, Sportausrüstung, Bücher, Kosmetik, praktisches für den Haushalt oder Deko. Immer und überall werde ich aufgefordert, etwas zu kaufen. Auch wenn ich kein Kabelfernsehen mehr habe und einen Sticker an meinem Briefkasten angebracht habe, Werbung erreicht mich trotzdem. Meistens im Internet. Durch Bannerwerbung auf Websites, durch die Social-Media-Kanäle der Firmen oder auch durch Blogger, die mir ein Produkt anpreisen.

Ich will das gar nicht verurteilen, im Gegenteil. Ich mag es, wenn mir die Entscheidung zum Kauf neuer Produkte erleichtert wird, weil ein Blogger dem ich vertraue diese empfiehlt. Zudem habe ich so schon viel Neues entdeckt, auf das ich vielleicht sonst nicht gestoßen wäre. Auch ich werde dir wohl immer mal wieder Dinge zeigen, die für mich gut funktionieren und die ich dir weiterempfehlen möchte.

Doch entscheide bitte immer ganz genau, was und wie viel davon du in dein Leben lassen möchtest.

Was habe ich aus dem Shoppingfasten gelernt?

Ich habe festgestellt, wie gut ich mit den Dingen auskomme, die ich bereits habe. Auch wenn ich denke, dass mir etwas fehlt gibt es meistens eine Improvisationslösung. Es ist spannend herauszufinden, wie ich die Gegenstände bei mir zu Hause auf viele weitere Arten verwenden kann, als bisher. Wann immer ich also einen bestimmten Gegenstand gebraucht hätte (wie etwa mal eine Kuchenhaube für einen Kastenkuchen) habe ich überlegt, wie ich das mit den Dingen die ich zu Hause habe kompensieren kann (einfach ein Geschirrtuch über den Kuchen als Transportschutz legen und zur Aufbewahrung zu Hause später den Kuchen in Stücke schneiden und in einem Glasbehälter mit Deckel luftdicht aufbewahren).

Genauso habe ich mit meiner Kleidung verfahren. Der Frühling hatte Einzug gehalten und ich hatte das Gefühl, ich hätte nichts mehr zum Anziehen. Oder ich müsste zumindest die gleichen Sachen wieder und wieder anziehen. Da ich trotzdem nichts kaufen wollte, habe ich versucht mit der Kleidung, die ich bereits habe, neue Kombinationen zu finden. Das funktionierte überraschend gut. Ich habe mir einfach 1-2 Grundfarben für das Outfit des Tages ausgesucht und von den entsprechenden Teilen in der Farbe ausprobiert, was ich übereinander tragen kann. Ich bin sowieso ein Fan des Layerings, also mehrere Schichten in unterschiedlicher Länge übereinander anzuziehen. Also habe ich drauflos probiert mit Jeans, Tank-Tops, T-Shirts, Langarmshirts, Hemden, Blusen und Strickwesten. Durch die vielen Möglichkeiten die sich ergeben haben, hatte ich gar nicht mehr das Gefühl, zu wenig zum Anziehen zu haben.

Mit Büchern habe ich mich zu Beginn auch schwer getan, aber mir dann endlich mal die Bücher vorgenommen, die ich aus irgendeinem Grund bisher nicht gelesen hatte, zumindest nicht komplett. Allerdings war ich in dieser Sache wirklich froh, dass die Fastenzeit beendet war. Denn meistens hatte es einen Grund, warum ich ein Buch aufgegeben hatte. Manchmal gefällt mir ein Buch einfach nicht oder passt grade nicht zu meiner Lebenssituation. In dem Fall habe ich mir vorgenommen, mich nicht zum Beenden des Buchs zu zwingen. Die Bücher die in der Fastenzeit jedoch ungelesen rumlagen, waren jedoch meistens genau solche. Daher war ich erleichtert, als ich mir endlich neue Bücher kaufen durfte.

Was sind meine Tipps für dich, vor allem nach dem Shoppingfasten?

Probier es unbedingt mal aus. Setz dir eine Frist von einer bestimmten Zeit, in der du nichts kaufst außer Lebensmittel und das wirklich Allernötigste. Das muss ja nicht unbedingt die Fastenzeit sein. Du wirst sehen, wie viel du eigentlich bereits besitzt. Zudem wird dir bewusst, welche Dinge du dir wirklich anschaffen willst, wenn du nichts Anderes gefunden hast, was diese Aufgabe erfüllen kann.

Außerdem lernst du deinen Kleiderschrank besser kennen und findest heraus, welche Kleidung du gut kombinieren kannst und welche du wirklich nie wieder tragen wirst und ausmisten kannst.

 

Versuche eine Gewohnheit daraus werden zu lassen. Stürze dich nach der Fastenzeit nicht sofort wieder ins Shoppinggetümmel, sondern versuche die Regeln auch danach anzuwenden. Auch wenn du dir etwas neu kaufen könntest, versuche erst eine Alternative zu finden unter den Sachen, die du bereits hast.

 

Schluss mit Spontankäufen. Warte, wenn es irgendwie geht, mindestens eine Woche lang bevor du dir etwas kaufst. Das gilt vor allem, wenn du durch Werbung oder den Besuch eines Geschäfts etwas siehst, was du dir kaufen möchtest, von dem du aber vorher keinen Bedarf bei dir zu Hause ausgemacht hast. Sprich, du entdeckst etwas im Laden oder online, dass dir gefällt, wusstest aber bis dahin nicht, dass du es brauchst.

Dann sieh es dir an, leg es zurück, verlasse das Geschäft oder schließe die Website.

Jetzt wartest du eine Woche lang, in der du dich mit deinem ganz normalen Leben beschäftigst. Wenn du am Ende der Woche noch an den Gegenstand denkst, darfst du jetzt entscheiden, ob du ihn wirklich kaufen möchtest.

Diese Methode verhindert Spontankäufe, die evtl. aus einer bestimmten Stimmung heraus entstehen. Nicht selten wirst du auch in dieser Woche eine bessere Kaufalternative finden, da dein Unterbewusstsein nun entsprechend programmiert ist und für dich, eben unterbewusst, Ausschau hält. Du kennst das Phänomen, wenn du dir etwa ein paar blaue Schuhe angesehen hast und plötzlich überall auf der Straße Menschen mit blauen Schuhen entdeckst.

 

Kaufe Second-Hand. Wenn du etwas Neues bei dir einziehen lassen willst, überlege ob es wirklich auch neu hergestellt sein muss. Second-Hand Shops und Online-Plattformen für gebrauchte Gegenstände quellen über vor Angeboten. Meist sind die Sachen wie neu oder noch wirklich top in Ordnung. Aber fast immer sind sie viel günstiger als Neuware und du schonst damit wertvolle Ressourcen, indem du etwas weiterbenutzt, was bereits produziert ist.

Schau für Kleidung, Schuhe und Accessoires etwa in einen örtlichen Secondhand-Shop, auf eBay, Kleiderkreisel oder Ubup. Für Haushaltswaren entweder eBay Kleinanzeigen oder schau dich auf Flohmärkten und Haushaltsauflösungen um. Vielleicht kennst du auch noch andere Adressen, sei kreativ in der Sache und forsche gerne ein bisschen nach.

 

Kaufe qualitativ und nachhaltig. Wenn du wirklich etwas Neues anschaffen musst, was du auch nicht gebraucht bekommst oder nicht kaufen willst, dann kaufe Qualität.

Achte darauf, dass der Gegenstand lange hält und aus guten Materialien besteht. Bei Haushaltswaren und Gebrauchsgegenständen mag ich daher am liebsten Glas, Holz, Edelstahl, Porzellan oder zumindest so gut es geht ohne Plastik. Es bereitet mir einfach viel mehr Spaß sie zu benutzen, wenn sie von guter Qualität sind und ich lange Freude an ihnen habe

Bei Kleidung achte ich auf Naturmaterialien und darauf, dass die Kleidung fair hergestellt wurde. Auch wenn das bedeutet, dass die Kleidung etwas teurer ist, hält sie länger und ich helfe nicht mit, Menschen mit billig produzierter Kleidung auszubeuten.

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Mein Fazit zum Shoppingfasten:

Ich habe es, vor allem zum Ende als ich mich daran gewöhnt hatte, sehr genossen und dabei sehr viel gelernt. Zudem hat es meinem Konto gut getan. Ich werde das auf jeden Fall nächstes Jahr wiederholen, aber auch den Rest des Jahres meine Gewohnheiten beim Einkaufen ändern. Ich kann dir nur empfehlen, dich mir anzuschließen.

 

Bist du dabei oder hast du sowas selbst schon mal gemacht?

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