Minimalismus – so wirst du dein Zeug los

Ich hab mich ja in letzter Zeit mit dem Thema Minimalismus befasst. Mittlerweile hab ich einen Weg für mich gefunden. Dabei bin ich in der letzten Zeit jede Menge Zeug losgeworden. Ich erzähl dir jetzt was für mich funktioniert hat und was eher nicht.

Übrigens: Nach meinem ersten Beitrag hab ich mich beim Saarcamp-Take-off mit Thomas Reiter unterhalten. Wir haben festgestellt dass wir beide Interesse an dem Thema haben. Daher haben wir auf dem Saarcamp auch eine entsprechende Diskussions-Session gehalten. Dabei entstand eine Präsentation mit 3 Folien, die als Ideensammlung funktioniert.

Präsentation zu Minimalismus

Das Ganze ist als Ideen-Sammlung gedacht. Zudem geht es noch tiefer in den Bereich Minimalismus als nur Zeug loswerden. Aber du findest auch zu diesem Thema einige gute Tipps. Auf die anderen Punkte der Präsentation werde ich, denke ich, nochmal in einem separaten Beitrag eingehen. Oder du siehst dich auf dem Blog von Thomas mal um.

Um das hier übersichtlicher zu gestalten hab ich grundsätzlich alles, was ich loswerden wollte, in 3 Kategorien unterteilt:

Verkaufen, Verschenken und Entsorgen

 

Verkaufen

Ich hab ja bereits erzählt, dass ich unter anderem meine komplette CD-Sammlung verkauft hab. Die hab ich bei eBay eingestellt. Volltreffer! Meine CDs gingen weg wie warme Semmeln. Daher hier mal ein kurzer Erfahrungsbericht zum Thema eBay:

Ich hab bei CDs konsequent den Startpreis auf 1€ gelegt, egal für welche CD. Danach konnte unbegrenzt geboten werden. Das beste Angebot dass ich für eine Doppel-CD erhielt war über 26€.

Tipp: Lade dir die eBay-App runter. Damit kannst du direkt mit der Kamera deines Smartphones den Barcode einscannen und Fotos aufnehmen. Damit entfällt das Tippen der CD-Beschreibung, da die meist schon vorgegeben ist. Zustand der CD und Startpreis eingeben, Fertig. Einfacher geht’s nicht! Funktioniert übrigens auch bei Büchern.

Allerdings hat eBay hat für mich leider nur sehr schlecht für Bücher funktioniert. Da wurde ich so gut wie kein Buch los. Ich glaube mit gebrauchten Büchern lässt sich auch nicht wirklich viel Geld machen. Es sei denn, du besitzt eine Erstausgabe oder ein besonders seltenes Exemplar. Wenn du aber nur deine Romansammlung verkleinern willst, überleg dir gut ob es den Aufwand des Verkaufens wert ist.

Tipp: Überleg dir, ob du ganze Buchkisten verkaufst. Am besten deklarierst du diese als „nur für Selbstabholer!“ Noch besser als bei eBay selbst geht das bei eBay-Kleinanzeigen. Hier kannst du gezielt nach deiner Stadt filtern. So sehen vor allem die Menschen dein Angebot, die wirklich nicht weit von dir wegwohnen.

Kleidung funktioniert bei eBay auch nicht so wahnsinnig gut. Manchmal brauchte ich einige Anläufe um Shirts und Kleider dort loszuwerden.

Tipp: Verkaufe Kleidung als Set. Die meisten Menschen sind eher bereit direkt auf z.B. 3 Kleider zusammen zu bieten als auf 3 einzelne Kleider. Oder verkaufe dein Band-Shirt im Set mit der passenden CD, sozusagen als Fan-Set.

Hier mal aufgelistet meine Tipps zum Thema Verkaufen:

– Auktionsplattformen wie eBay nutzen

– Kleinanzeigen nutzen: eBay-Kleinanzeigen oder auch mal den Kleinanzeigenteil deiner Zeitung

– Es gibt diverse Facebook-Gruppen, in denen du gebrauchtes Zeug zum Verkauf anbieten kannst

– Freunde und Bekannte fragen, ob die nicht einige Dinge brauchen können

– An Flohmärkten teilnehmen oder selbst einen Hausflohmarkt veranstalten

– Am schwarzen Brett der Uni / deines Arbeitgebers / dem Supermarkt eine Anzeige aushängen

– Weitere Verkaufsportale online:

Bonavendi.de

Vergleicht die verschiedenen Ankaufportale und zeigt dir, wo du den besten Preis erhältst

Kleiderkreisel.de

Hier kannst du gebrauchte Kleidung verkaufen. Ich selbst hab bisher noch keine Erfahrung mit dieser Plattform, aber ich finde die Idee nicht schlecht. Beim durchscrollen hab ich auch durchaus ein paar schöne Kleidungsstücke gefunden. Wenn du selbst schon mal Erfahrungen damit gemacht hast, lass mir gerne einen Kommentar da.

Mädchenflohmarkt.de

Funktioniert ähnlich wie Kleiderkreisel, allerdings findest du hier auch sehr viel Designerkleidung. Des Weiteren gibt es auch einen Concierge-Service. Du schickst dem Team von Mädchenflohmarkt deine Kleidung zu und die erledigen den Rest. Sie fotografieren die Kleidung, stellen sie ein und verkaufen sie für dich. Einmal im Monat bekommst du dein Geld ausbezahlt. Klingt entspannt, lohnt sich aber dank 40% Provision die du bezahlen musst wirklich nur für teure Kleidung.

 

Verschenken

Du denkst Verschenken ist einfach? Ist es nicht. Nur weil deine aussortierten Gegenstände für dich einen emotionalen Wert haben, trifft das nicht bei anderen zu. Ich seh es ja bei mir selbst. Seit ich mich mit dem Gedanken an Minimalismus befasst habe, passe ich auch auf, was ins Haus kommt. Auch wenn es umsonst ist.

Bei anderen Menschen ist das nicht anders. Es soll tatsächlich Leute geben, die alles brauchen können. Aber für die meisten sind deine Lieblingsstücke vielleicht nur Staubfänger. Und das Shirt dass du anhattest, als du dein erstes Date mit XY hattest, ist für andere nur ein verwaschenes Stück Stoff.

Daher: wohin damit?

Meine Tipps zum Thema Verschenken:

– Frag deine Freunde trotzdem mal, ob sie nicht noch was gebrauchen können

– Stelle eine Kiste mit „Zu Verschenken“ vor die Tür

– Inseriere bei eBay-Kleinanzeigen unter der „Zu Verschenken“-Rubrik

– Inseriere beim Kleinanzeigen-Teil der Zeitung. Auch dort gibt es eine Rubrik, in der du Dinge verschenken kannst

– Es gibt auch etliche Facebook-Gruppen, in denen du Dinge zum Verschenken anbieten kannst

– Du kannst Dinge auch oft kostenlos bei Sozialkaufhäusern abgeben. Sperrige Möbel o.ä. welche aber noch gut erhalten sind, werden nach Absprache auch abgeholt. Aber die Warteliste hierzu ist oft lang. Nicht selten sind die Abholer mehrere Monate lang ausgebucht

– Gibt es Obdachlosenheime bei dir in der Nähe? Frauenhäuser? Auch diese Einrichtungen freuen sich manchmal an gut erhaltener Kleidung oder Mobiliar

– Falls du keine lokale Einrichtung bei dir in der Nähe findest, einfach mal googlen. Wenn du bei Google etwa nach Kleiderspende suchst, findest du fast 1 Mio. Ergebnisse. Unter anderem von Organisationen wie CARITAS, DRK oder anderen Hilfsorganisationen. Informier dich am besten, was mit der Kleidung passiert, je eher sie den Menschen direkt zu Gute kommt, desto besser.

– Bücher kannst du teilweise auch in Büchereien abgeben. Die sind manchmal echt dankbar über Bücherspenden. Selbst wenn sie die nur in ne Kiste packen, damit andere Leser die Bücher kostenlos mitnehmen können.

– Zum Thema Bücher finde ich übrigens auch die Idee einer freien Bibliothek super. Ich würde gerne bei uns im Stadtviertel auch sowas einrichten. Eine alte Telefonzelle etwa die umgebaut wird. Dort kannst du Bücher zum Verschenken reinpacken und andere Bücher von dort mitnehmen. Hier findest du eine Auflistung, wo es überall schon diese freien Bibliotheken gibt.

 

Entsorgen

Wenn du dein Zeug weder durch Verschenken noch durch Verkaufen loswirst, dann hilft nur noch entsorgen. Bitte aber nicht alles wahllos in den Hausmüll stopfen. Bei den Wertstoffhöfen kannst du Sperrmüll und Elektroschrott anliefern, meist sogar kostenlos. Oder du bestellst den Sperrmüll zu dir ans Haus. Das kostet natürlich ein bisschen was, ist aber auch nicht die Welt. Bei uns wurde nach m3 abgerechnet. Vielleicht kannst du ja deine Nachbarn fragen ob sie auch noch Sperrmüll haben? Dann könnt ihr euch die Kosten teilen.

Tipp: Sperrmüll unbedingt am Abend vor der Anlieferung rausstellen. Das erspart dir den Stress wenn er recht früh abgeholt wird. Zudem wird der Sperrmüll über Nacht meistens weniger. Irgendeiner deiner Nachbarn kann vielleicht doch noch was gebrauchen.

Ansonsten kannst du überflüssige Trinkgläser im Glascontainer entsorgen. Bücher, die du absolut nicht losgeworden bist, entsorgst du in der blauen Tonne bzw. im Altpapiercontainer. Ich weiß das tut weh. Aber sieh es positiv. Diese Bücher die du nicht mehr liest haben somit die Chance, neue Bücher zu werden.

Ich weiß, normalerweise solltest du eher nichts in Kleidercontainern entsorgen. Einfach weil du nicht genau weißt was damit passiert. Es gibt tatsächlich noch Menschen die mit Altkleidern Profit machen wollen. Da geht es dann nicht mehr darum, Menschen zu helfen. Aber was willst du sonst mit den Altkleidern machen die du nicht los wirst? Wenn du noch Tipps hast, nur her damit in die Kommentare.

Wenn du nicht genau weißt wie du was entsorgen kannst, hilft dir oft die Internetseite deines lokalen Entsorgungsunternehmens weiter.

Einen letzten Tipp hab ich noch für dich. Schon mal was von Upcycling gehört? Das bedeutet du fertigst aus Dingen die du wegwerfen willst neue Dinge an. Google einfach mal nach Upcycling, da findest du jede Menge Inspirationen. Ich finde die Idee ziemlich gut, auch wenn ich oft nicht die Zeit dafür habe. Teilweise steckt da jede Menge Bastelarbeit drin.

Auch in der Saarcamp-Präsentation findest du viele weiter Infos zum Thema Verkaufen, Verschenken oder Entsorgen.

Präsentation zu Minimalismus

Du kannst hier übrigens nochmal nachlesen warum ich das alles mache bzw. wie ich auf die Idee gekommen bin.

Ansonsten lass mir Tipps da, wenn du noch weitere Ideen hast.

9 Responses
  1. Corinna

    Bei Kleiderkreisel bin ich schon diverse Klamotten losgeworden. Das hat echt immer super funktioniert! Das ein oder andere fesche Teil hab ich dort auch schon erstanden. Ist ne super Plattform, für Klamotten/Schuhe/Taschen.

    1. Sarah

      Hey Corinna,

      danke dir für den Kommentar. Ich hab mit Kleiderkreisel wie gesagt noch gar keine Erfahrung. Aber ich hab bei der Recherche tolle Sachen dort gesehen und bin erst mal ne ganze Weile hängen geblieben. 😉

  2. Joachim

    Die Erfahrung dass mit Büchern bei Ebay nicht viel läuft, durfte ich auch machen.
    Über Momox bekam ich meine Büchersammlung deutlich besser verkauft. Ist ein Versuch wert 🙂

    1. Sarah

      Hallo Joachim,

      danke dir für den Hinweis. Ich finde nur bei Momox lohnt sich das vom Preis fast nicht. Oder hast du dort bessere Erfahrungen?

      1. Joachim

        Hi Sarah,
        es stimmt dass die Preise bei Momox sehr verschieden und teilweise auch sehr niedrig sind, je nachdem wie gefragt das einzelne Buch auf dem Gebrauchtmarkt ist. Ich hab so z.B für ein 2 jahre altes Buch 70 % des Neupreis bekommen, für einen alten Schinken wie „Der Name der Rose“ dagegen nur ca. 20 Cent.
        Wenn man eine größere Menge an Bücher loswerden möchten, finde ich Momox unterm Strich trotzdem besser als Ebay (oder die blaue Tonne 😉 Man kann die ganzen Bücher als Sammelpaket verschicken und spart sich dutzende Einzelauktionen, bei denen manche evtl. auch gar nicht verkauft werden.
        Schönes Wochenende

  3. Toller Artikel mit super Tipps. Ein paar Dinge davon habe ich ja auch schon genutzt, aber Bonavendi.de kannte ich bislang gar nicht. Schaue ich mir gleich einmal genauer an.

    1. Sarah

      Hallo Laura,

      freut mich dass dir der Beitrag gefallen hat und dass du etwas Neues für dich entdeckt hast.

      Viele Grüße,

      Sarah.

  4. Paula

    Super Anregungen.
    Was man auch noch mit gut erhaltener, aussortierter Kleidung machen kann, ist sie auf Tauschpartys mitzunehmen. Aber sehr gut überlegen, was man dann wieder mitnimmt, nicht dass man die Kleidung in einem halben Jahr wieder aussortieren möchte.
    In meiner Stadt finden immer mal wieder Tauschpartys statt, da wird die übrige Kleidung gespendet.
    Ansonsten gibt es noch Schenkbars. Da sollte man allerdings seine übriggebliebenen Sachen wieder mitnehmen.

    1. Sarah

      Hallo Paula,

      danke dir für die tollen Ideen. Von Tauschpartys hab ich auch schon gehört, aber selbst noch nie dran teilgenommen. Und Schenkbars kannte ich bisher noch gar nicht.

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