Mein Zerowaste Badezimmer

Ein einfacher Ort um mit Zerowaste zu starten ist definitiv das Badezimmer. Hier kannst du so viele alltägliche Utensilien durch müllfreie Varianten ersetzen. Im folgenden Beitrag geb ich dir als Inspiration einen Einblick in mein persönliches Zerowaste Badzubehör. Sämtliche Produkte die ich dir hier zeige wurden ausgiebig von mir getestet und ich bin so zufrieden, dass sie bei mir täglich zum Einsatz kommen.

 

Duschen gehört bei mir zu meinem täglichen Morgenritual dazu. Vor der Dusche verwende ich eine Trockenbürste, mit der ich über meinen ganzen Körper streiche. Das dient dazu, die Poren der Haut zu öffnen und die abgestorbenen Hautschüppchen zu lösen, die dann während der Dusche abgespült werden. Zusätzlich aktiviert die Trockenbürstenmassage das Lymphsystem im Körper, was zum Abtransport von Schadstoffen in der Haut beiträgt. So führt es nicht nur zu zarter Haut, sondern wirkt an Beinen und Po sogar aktiv gegen Zellulite. Wichtig ist, dass du immer zum Herzen hin streichst, also an den Beinen etwa von unten nach oben. Hier gibt es eine schöne Anleitung zur Benutzung der Trockenbürste

Ansonsten benutze ich zum Waschen eigentlich nur noch Seife bzw. festes Shampoo. Für das Gesicht und den Körper nehme ich gerne überfettete Seife, die die Haut schön pflegt und nicht austrocknet, etwa wie die von Siahsoaps

Für meine Haare bin ich mittlerweile wieder zum festen Shampoo von Lush zurückgekommen. Am liebsten mag ich Jason and the Argan oil, weil meine Haare damit unglaublich weich und fluffig werden und das Arganöl meine trockenen Locken pflegt.

Zur Spülung meiner Haare benutze ich etwa bei jeder 2. oder 3. Haarwäsche mit Wasser verdünnten Apfelessig. Das Wasser sollte möglichst kalt sein, damit es die Schuppenschicht schließt. In Verbindung mit der Säure bringt diese Spülung deine Haare zum Glänzen. Zudem wird der ph-Wert auf deiner Kopfhaut durch den Essig reguliert.

 

 

Nach dem Duschen trage ich meine selbst gemixte Bodybutter auf dem ganzen Körper auf.

Sie besteht aus:

jeweils 65g Shea- und Kakobutter,

15g festem Kokosöl und

15g Olivenöl.

Die festen Öle werden zusammen im Wasserbad geschmolzen. Wenn das passiert ist, das Olivenöl untermischen und das Ganze im Kühlschrank fest werden lassen. Nach ein paar Stunden oder am nächsten Tag bei Zimmertemperatur wieder so weich werden lassen, dass du mit dem Finger leicht in die Masse drücken kannst, sie sollte besser zu weich als zu hart sein. Dann schlägst du die Masse mit dem Handrührgerät oder der Küchenmaschine auf und packst sie in ein Schraubglas. Fertig ist deine Bodybutter.

Dank der Öle pflegt sie meine trockene Haut den ganzen Tag. Die Bodybutter verwende ich auch als Gesichtscreme und sie ist der Grundstoff meines Deos.

2 EL Bodybutter mit jeweils 1 EL Stärke und 1 EL Natron gemischt ergibt eine Deo-Creme, die einfach unter die Achseln gestrichen wird. Die Stärke bindet die Feuchtigkeit und das Natron wirkt antibakteriell und gegen Gerüche. Dabei ist die Deo-Creme so pflegend, dass ich sie auch direkt nach dem Rasieren auftragen kann, ohne dass meine Achseln gereizt werden oder brennen.

Meine Haare entwirre ich mit einem einfachen Kamm und vor allem im Sommer lass ich sie einfach lufttrocknen. Die weichen Borsten der Bürste glätten die obere Schicht meiner Deckhaare und lassen sie damit weniger grisselig aussehen. Manchmal bürste ich meine Haare damit auch richtig durch, um den natürlichen Talg der Kopfhaut in den Längen und Spitzen zu verteilen. Das ist unglaublich pflegend für die Haare, der Spruch mit den 100 Bürstenstrichen kommt nicht von ungefähr. Allerdings bürste ich damit auch alle meine Locken raus, weshalb ich das nur anwenden kann wenn ich meine Haare danach zusammenbinde.

Für die richtige Pflege meiner Haare von innen und für eine gesunde Kopfhaut öle mich meine Haare ab und zu mit flüssigem Kokosöl ein. Ich packe das Öl sparsam in die Haarlängen aber massiere es dafür richtig schön in die Kopfhaut ein. Dann lass ich das ein paar Stunden einwirken und wasche das Öl dann aus. Durch die Ölmassage wird die Kopfhaut gepflegt, das Kokosöl dringt in die Haarwurzeln ein und pflegt die Haare von innen. Wenn du Angst hast, dass deine Haare zu fettig werden, lass die Haarlängen weg und benutz das Öl nur auf der Kopfhaut.

 

 

Für die Haarentfernung an den Beinen und Armen benutze ich schon jahrelang einen Epilierer. Ich finde, es lohnt sich da wirklich, in ein gutes Modell zu investieren. Ein wichtiges Thema finde ich vor allem die Lautstärke, da es mich nervt, wenn das Teil zu laut ist. Aber meiner ist zum Beispiel auch wasserdicht. Somit kann ich ihn direkt unter der Dusche benutzen.

Für Stellen, an denen ich den Epilierer nicht benutzen kann, etwa die Achseln und den Intimbereich, benutze ich einen Rasierer. Allerdings hab ich den Plastik-Damenrasierer gegen einen Rasierhobel aus Edelstahl getauscht, mein schönes Modell in Roségold gibt´s zum Beispiel bei Mühle-Shaving. Dieser funktioniert mit richtigen Rasierklingen, die ebenfalls komplett aus Edelstahl bestehen. Anders als beim Plastikrasierer kannst du eine Rasierklinge hier mehrmals benutzen, teilweise 1-2 Wochen lang. Eine Packung mit 100 Klingen kostet online bestellt maximal 15-20€. Das bedeutet, mit einer Bestellung musst du fast 2 Jahre lang keine Klingen mehr kaufen. Jetzt rechne mal gegen, wie oft du normalerweise Klingen kaufst und was du dafür bezahlst.

Übrigens schneidest du dich mit dem Rasierer nicht öfter, als mit deinem Plastikrasierer. Keine Angst davor, dass die Klinge nicht durch ein Gitter geschützt ist. Du kannst auf den Bildern sehen, dass die Klinge nicht so bloßliegt wie du in deinem Kopf vielleicht glaubst. Am besten straffst du beim Rasieren die Haut mit der anderen Hand etwas. Und ganz wichtig: Nicht fest draufdrücken, sondern zart über die Haut streichen. Wenn du darauf achtest, kannst du den Rasierhobel wirklich an jeder Stelle benutzen, die du bisher auch rasiert hast.

Ansonsten benutze ich zum Rasieren auch meine Seife, anstatt Rasiergel. Diese wird einfach mit der Hand aufgeschäumt und auf die Haut aufgetragen. Damit sorgt sie dafür, dass die Rasierklinge leichter über die Haut gleitet. Nach der Rasur pflege ich die Haut mit ein paar Tropfen flüssigem Kokosöl. Rasierbrand kenne ich allerdings nach Benutzung des Rasierhobels überhaupt nicht mehr.

 


Vergiss Abschminktücher und Wattepads. Alles was du brauchst, ist ein Baumwolltuch und Kokosöl. Die Tücher die ich benutze, sind Babywaschlappen (diese hier von Imse Wimse, aber jegliche anderen Baumwolltücher funktionieren genauso gut). Ich mag es, dass sie aus reiner Baumwolle bestehen und nicht so dick sind. Sie lassen sich in der Waschmaschine bei bis zu 90° waschen. Somit können sie ewig oft wiederverwendet werden, anstatt dass sie nach einmaliger Benutzung entsorgt werden müssen.

Ich träufele ein paar Tropfen flüssiges Kokosöl darauf und entferne damit abends mein Make-up. Mittlerweile sind auf den Tüchern trotz Waschen zwar Verfärbungen zurückgeblieben, das beeinträchtigt die Reinigungswirkung aber nicht.

Ansonsten kommt auch wieder die Seife zur gründlichen Gesichtsreinigung zum Einsatz.

 


Ein Thema, über das manche Frauen nicht gerne öffentlich reden. Aber seien wir ehrlich, während unserer Tage verbrauchen wir jede Menge Müll, egal ob du Binden oder Tampons bevorzugst. Vor allem enthält beides jede Menge Plastik, sei es beim Tampon auch nur die Verpackung.

Zusätzlich zum Müllaufkommen fand ich Tampons nach einer Weile sehr unangenehm. Vor allem wenn meine Tage schwächer sind, finde ich trocknen sie meine Scheidenflora ziemlich aus. Denn Tampons saugen nicht nur das Menstruationsblut auf, sondern auch jegliche andere Flüssigkeit die dort vorhanden ist. Das führt nicht nur dazu, dass Keime ein leichteres Spiel haben, sondern auch, dass es unangenehm bis schmerzhaft ist, den Tampon zu wechseln.

Ich bin dann zu Binden gewechselt, hab aber festgestellt, dass der Plastikanteil darin auf Dauer unangenehm wurde und gejuckt hat wie verrückt.

Die perfekte Kombination ist mittlerweile für mich eine Menstruationstasse in Verbindung mit waschbaren Binden. Die Menstruationstasse fängt das Blut auf, anstatt auszutrocknen. Sie darf bis zu 12 Stunden drin bleiben. Ich hab meine Menstruationstasse bei Me Luna bestellt. Mich hat überzeugt, dass es die Tasse da nicht nur in verschiedenen Größen gibt, sondern auch in verschiedenen Weichheitsgraden und mit unterschiedlichen Griffvarianten. Was das alles bedeutet und welche die richtige Version für dich ist, kannst du hier nachlesen.

Bei den waschbaren Binden bin ich auf Kulmine gestoßen. Ich mag es, dass die Binden hier keine bunten Muster haben, sondern zum Beispiel in schwarz angeboten werden. Somit bleiben dort später keine Verfärbungen durch das Blut zurück. Die Binden sind vielleicht auf den ersten Blick etwas teurer, aber überleg dir wie viele Jahre lang du deine Menstruation noch haben wirst und wie schnell sich daher der Preis der Binden bezahlt macht. Außerdem sind sie so angenehm zu tragen. Durch die Oberfläche aus Baumwolle fühlen sie sich nicht mehr wie ein Fremdkörper in deinem Slip an.

 

Das war ein Überblick über meine Zerowaste-Badezimmerutensilien. Ich hoffe ich konnte dir zeigen, wie einfach es ist, müllfreie Alternativen im Bad zu finden. Vielleicht magst du auch das ein oder andere bei dir im Bad ersetzen.

 

Ich bekomme übrigens von keiner der genannten Firmen und Produkte eine Gegenleistung. Ich erwähne sie, weil ich sie selbst benutze und von ihnen überzeug bin.

Wie viel Müll kannst du bei dir im Bad einsparen?

3 Responses
  1. Das ist ja Mal extrem spannend…ich befasse mich auch schon länger mit dem Thema aber so einen Rundumschlag gerade beim Thema Badezimmer habe ich so noch nicht gelesen! Es wird nicht alles für mich in Frage kommen, aber viele gute Ideen sind dabei! Beim Shampoo überlege derzeit auf „No-Poo“ umzustellen, dann auf man quasi gar keinen Müll mehr im Bezug auf Shampoo Flaschen 😉

    1. Sarah

      Hallo Sarah,

      danke dir. Freut mich dass es dir gefällt, genau das war meine Absicht mal wirklich viele Alternativen zu zeigen. Von No-Poo hab ich auch schon öfter gelesen, aber irgendwie fühlen sich meine Haare damit nicht sehr gepflegt an, sondern trocknen eher aus. Vor allem wenn ich sie nicht jeden Tag richtig durchkämmen kann und den pflegenden Talg von der Kopfhaut in den Längen verteilen kann.

  2. Hallo Sarah, ja, das stimmt- ich glaube auch das diese No-Poo Methode sehr davon abhängig ist, dass man jeden Tag die Haare richtig gut durchkämmt. Doch ich glaub das die Umstellung auch 2-3 Wochen dauert. Noch hab ich das selbst nicht getestet, weil ich auch gehört habe, dass man das Fett in den Haaren so richtig erst ab 50°C Wassertemperatur herausgelöst bekommt…aber wie gesagt, noch habe ich selbst keine Erfahrung damit. 😉

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Ich bin Sarah. Musikerin, Nerd und hazeleyednerd in Person. Wenn du mehr über mich erfahren willst, kannst du das hier tun.

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