Lieblingssportart – Klettern Teil 2

Ich stelle dir in einer 3-teiligen Serie meine Lieblingssportarten vor. Ich bin nämlich überzeugt: Unsportlich gibt´s nicht. Wenn du für dich noch nicht den richtigen Sport gefunden hast, dann findest du hier vielleicht etwas Inspiration. Klettern hab ich dem Umfang wegen in 2 Teile aufgeteilt. Der erste handelte vor allem um das Klettern allgemein. Hier im zweiten gehe ich näher aufs Bouldern ein und gebe dir die wichtigsten Tipps für Anfänger.

Was genau Klettern ist und welche Arten es gibt, hab ich dir bereits erzählt. Ich erwähne es nochmal, mir geht es vor allem um das Klettern in einer Kletterhalle und hierbei wiederum nur um Spaß und Fitness, nicht um den Wettbewerb. Natürlich gibt es auch Kletterwettbewerbe und Bewertungen und was weiß ich. Aber mir geht es echt nur um den Spaß und das hervorragende Ganzkörpertraining, das Klettern bietet.

Beim Klettern mit Seilsicherung brauchst du mindestens 2 Personen. Eine Person die klettert und eine die sichert. Beim Bouldern ist das anders. Bouldern bedeutet, einfach ausgedrückt, Klettern in Absprunghöhe. Das bedeutet auch, Bouldern findet ohne Sicherung statt. Das hat den Vorteil, dass du bouldern kannst, ohne einen Sicherungspartner zu benötigen. In einer Kletterhalle gibt es dazu einen separaten Boulderbereich. Dort ist die Wand nicht so hoch oder es stehen separate Boulderblöcke. Der Boden ist zudem mit dicken Matten ausgelegt. Trotzdem solltest du dich beim Bouldern nicht einfach fallen lassen, sondern dich am besten so drehen, dass du auf den Füßen aufkommst.

Für das Bouldern am richtigen Fels gibt es transportable Matten, sogenannte Crash Pads. Zusätzlich wird der Boulderer am Fels oft noch von einem anderen Menschen gespottet. Spotten bedeutet ein (oder mehrere) Kletterpartner steht beim Bouldern unter dir, mit ausgestreckten Armen. Wenn du fällst greift er sofort ein, nicht um dich aufzufangen aber um dich so zu drehen, dass du auf den Füßen landest. Da in einer Halle der Boulderbereich komplett mit Matten ausgelegt ist, entfällt das Spotten hier.

Das hört sich alles so easy an, nur bis zur Absprunghöhe klettern, das geht ja schnell. Aber du solltest Bouldern nicht unterschätzen. Was an Höhe fehlt, macht die Technik wett. Beim Bouldern reicht Kraft allein nicht aus. Du musst dir vorher ganz genau überlegen wie du jeden einzelnen Griff und Tritt anpackst, um es hoch zu schaffen. Du musst mit Gewichtsverlagerung arbeiten und manchmal auch von einem zum nächsten Griff springen.

Beim Bouldern gibt es immer 1-2 Startgriffe und einen Topgriff. Die Startgriffe sind mit L und R markiert. L bedeutet das ist der Griff für deine linke Hand und R der für deine rechte. Sobald du beginnst, dürfen deine Füße nicht mehr den Boden berühren, auch wenn du manchmal nur Zentimeter darüber hängst. Du kletterst bis zum Topgriff und berührst ihn mit beiden (!) Händen, dann hast du die Route geschafft. Manchmal, vor allem bei Boulderblöcken, wirst du keinen Topgriff finden. Das bedeutet dann du musst aussteigen, also komplett auf den Block draufklettern.

Ich mag das Aussteigen nicht so besonders, denn es bedeutet du musst dich rückwärts über die Kante hangeln, wenn du wieder runter willst. Klar kannst du jetzt jeden Griff oder Tritt benutzen, aber manchmal siehst du nicht, wo sich befindet. Dann tastest du dich langsam ran bis du endlich mit Händen und Füßen wieder Halt findest. Ist einfach nicht so mein Ding, daher schummele ich manchmal und klettere auch bei den Routen mit Ausstieg nur bis zum letzten Griff. Ich fände es ja persönlich eine gute Erfindung, bei Boulderblöcken eine Rutsche anzubauen um wieder runterzukommen. Oder eine Feuerwehrstange in der Mitte. Aber sowas hab ich leider noch nie gefunden.

Bouldern kannst du einfach separat betreiben oder in Abwechslung zum Seilklettern. Finde einfach heraus, was für dich besser funktioniert. Fakt ist aber, beim Bouldern lernst du viel Technik, die dir auch bei Seilklettern das Leben leichter macht. Eine Abwechslung zwischen beidem ist daher ideal.

Abschließend zur Lieblingssportart Klettern gibt´s von mir noch die besten Tipps für Anfänger:

Ausrüstung/Kleidung:

Hose

  • Beim Klettern sowie beim Bouldern solltest du bequeme Sportkleidung tragen. Da richtige Kletterhosen oft sehr teuer sind, reicht für den Anfang auch eine normale Sporthose oder Leggings. Sie sollte nicht zu locker sitzen aber auch nicht einschneiden. Zieh sie am besten mal zu Hause an und versuche die Beine so weit wie möglich auseinander zu breiten, so als wolltest du einen Seitspagat ausführen. Wenn die Hose dann nirgendwo kneift ist sie richtig.

    Das klingt seltsam, aber manchmal musst du dich beim Klettern mit gespreizten Beinen abstützen. Da sollte dann die Hose nicht kneifen (oder noch schlimmer: im Schritt reißen)

    Wenn du beim Klettern dabeibleibst, lohnt es sich in eine richtige Kletterhose zu investieren. Ich persönliche liebe die Hosen von Mammut oder E9. Es gibt aber auch Frauen, die weiterhin am liebsten in Leggings klettern.

Shirt

  • Auch beim Shirt ist darauf zu achten, dass es dir Bewegungsfreiheit lässt. Dreh, beuge und streck deinen Arm und die Schulter in alle Richtungen. Wenn das Shirt nicht einschneidet ist es richtig. Für den Sommer liebe ich Tanktops zum Klettern, da sie die Schultern frei lassen. Im Winter kannst du dir ggf. noch eine dünne Jacke oder einen Pulli mitnehmen, den du beim Sichern übers Shirt ziehst. Das verhindert, dass deine Muskulatur zu schnell auskühlt.

Schuhe

  • Es gibt spezielle Kletterschuhe und es macht auf jeden Fall Sinn sie zu benutzen. Wenn du dir für den Anfang keine eigenen kaufen möchtest, kannst du dir in jeder Halle welche leihen. Kletterschuhe sind dazu gedacht, die Kraft auf einen kleinen Punkt auf die Zehen zu übertragen. Das hilft dir enorm um auch die kleinen Tritte an der Wand benutzen zu können.

    Kletterschuhe sind allerdings nicht bequem. An der Wand spürst du das vielleicht nicht, aber wenn du sie länger trägst können sie echt unangenehm werden. Das gehört dazu, aber vielleicht magst du dir fürs Sichern Wechselschuhe mitbringen. Das können Flip-Flops oder andere Schuhe sein die du schnell an- und ausziehen kannst. Wichtig ist nur, dass du mit ihnen einen sicheren Stand hast.

Chalk Bag

  • Der Chalkbag oder Magnesiasack ist ein kleiner Beutel in dem du Magnesiumcarbonat, kurz genannt Magnesia oder Chalk, aufbewahrst. Magnesia wird in die Hände gerieben, um schwitzige Hände zu beheben. Damit hast du mehr Grip an den Griffen und rutschst mit den Händen nicht ab. Beim Seilklettern hängst du den Chalkbag mit einem Karabiner an den Gurt oder bindest ihn mit einem Band um die Taille.

    Obwohl Magnesia sehr sinnvoll ist, brauchst du es am Anfang nicht unbedingt. An manchen Felsen draußen ist der Gebrauch von Magnesia zudem verboten. In der Halle finde ich es wirklich sinnvoll und würde nicht mehr drauf verzichten.

Klettergurt

  • Diesen kannst du dir für den Anfang auch in der Halle leihen. Fürs Bouldern brauchst du allerdings keinen. Wenn du dir einen eigenen zulegst, lass dich unbedingt im Fachhandel beraten und probiere verschiedene an. Der Gurt muss optimal passen und darf nicht einschnüren. Auch dort würde ich lieber ein paar Euro mehr ausgeben, als Kompromisse im Sitz oder Komfort in Kauf zu nehmen. An diesen Gurt hängst du dein Seil und somit dein Leben!

Sicherungsgerät

  • Ein Sicherungsgerät brauchst du auch nur beim Seilklettern. Es gibt viele verschiedene Variationen von Sicherungsgeräten. Mein ausdrücklicher Hinweis ist es, einen Kletteranfängerkurs zu besuchen. Dort wird dir auch der Umgang mit einem Sicherungsgerät erklärt. Schau einfach, was dort benutzt wird und wie du damit zurechtkommst. Frag den Trainer ggf. nach Alternativen und Bezugsmöglichkeiten.

    Wichtig ist nur: Egal für welches Gerät du dich entscheidest, lerne damit umzugehen ohne dass du drüber nachdenken musst. Die Sicherheit deines Kletterpartners liegt in deiner Hand und in dem richtigen Umgang mit dem Sicherungsgerät.

Seil

  • Ein eigenes Seil brauchst du in der Halle nur, wenn du Vorstieg kletterst. Beim Toprope hängen die Seile meist schon dort. In jeder Halle kannst du dir aber auch ein Seil leihen. Das ist auch mein Tipp, ich hab bis heute noch kein eigenes Seil. Bei den Seilen die ich mir leihe vertraue ich darauf, dass sie regelmäßig auf Schäden kontrolliert und entsprechend ausgetauscht werden. Das ist für mich ein sicheres Gefühl. Zudem klettere ich meistens sowieso Toprope in der Halle und brauche kein eigenes Seil.

    Falls du dir dennoch ein eigenes zulegen willst, lass dich auch im Fachhandel beraten.

Das wars zum Thema Klettern von mir. Viel Info, ich weiß. Aber vielleicht hast du jetzt Lust bekommen den Sport mal auszuprobieren.

Hier nochmal Teil 1 zum Thema Klettern 

Teil 3: Yoga

Wenn du noch Fragen hast oder eine Info unklar war, schreib mir gerne eine Mail.

Ansonsten geht’s bald weiter mit dem nächsten Teil der Lieblingssport-Serie. Dann erzähl ich dir was zum Thema Laufen.

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Ich bin Sarah. Musikerin, Nerd und hazeleyednerd in Person. Wenn du mehr über mich erfahren willst, kannst du das hier tun.

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