Lieblingssportart – Klettern Teil 1

Ich hab bereits einen Beitrag dazu geschrieben, dass es unsportlich eigentlich nicht gibt. Die meisten Menschen die gerne Sport treiben würden aber sich als unsportlich betrachten, haben bloß noch nicht den richtigen Sport gefunden. Als kleine Inspiration stelle ich dir daher in einer 3-teiligen Serie meine Lieblingssportarten vor. Vielleicht ist ja was für dich dabei. Los geht´s mit Teil 1: Klettern.

Klettern ist ein großer Begriff hinter dem sich viele verschiedene Disziplinen verbergen können. Ich betreibe Hallenklettern, auch Indoor-Klettern genannt, und Bouldern. Diese beiden Unterarten des Kletterns möchte ich dir näher vorstellen und dir Tipps für Anfänger geben. Ich hab das Thema wegen des großen Umfangs in 2 Beiträge aufgeteilt. In diesem ersten Beitrag geht’s ums Hallenklettern. Im zweiten Post stelle ich dir das Bouldern vor und fasse die wichtigsten Tipps für Anfänger nochmal zusammen, inklusive Bekleidung und Ausrüstung.

Wichtig: All diese Tipps dienen dazu, dass du etwas mehr über die Sportart erfährst. Aber bitte, fahr jetzt als blutiger Anfänger nicht in die nächste Kletterhalle und klettere wild drauf los. Denn: Klettern ist ein großartiger Sport aber durch die Höhe kann es lebensgefährlich sein, wenn man nicht weiß was man tut. Ich rate dir daher, bei deinem ersten Besuch in der Halle einen erfahrenen Kletterer mitzunehmen oder einen Anfängerkurs zu besuchen. Dieser Beitrag dient nur als Einblick, damit du weißt was beim Klettern auf dich zukommt und damit du entscheiden kannst ob du es ausprobieren willst.

Zuerst also zum Hallenklettern.

Wie der Name schon sagt, findet das in einer Halle statt, wobei manche Kletterhallen auch einen Außenbereich haben. Für manche Kletterer ist bloßes Hallenklettern kein „richtiges“ Klettern. Ich hab mir zu dem Thema schon wirklich blöde Sprüche und Diskussionen anhören müssen. Für mich ist Klettern eben in erster Linie ein fantastisches Ganzkörpertraining, das nebenbei riesigen Spaß macht. Ich klettere nicht um angeben zu können wie viele Felsen ich schon bestiegen habe oder um besser zu sein als jemand anderes. Ich klettere um fit zu sein und Muskeln aufzubauen und zu definieren. Als weiterer positiver Effekt bekomme ich den Kopf schön leer und – hab ich schon erwähnt wie viel Spaß es macht?

Daher ist die Kletterhalle für mich der perfekte Ort. Es ist sauber, warm, trocken und wetterunabhängig. Die nächste Halle liegt von mir aus 5 Minuten mit dem Fahrrad entfernt. Es gibt dort Duschen, einen Imbiss und einen Shop für Material und Bekleidung. Den Nachteil dass ich nicht draußen an der frischen Luft bin und nach dem Aufstieg auch keine tolle Aussicht habe nehme ich dafür in Kauf.

In der Kletterhalle kletterst du an einer künstlichen Kletterwand, die manchmal der Struktur eines Felsens nachempfunden ist. Die Halle ist meistens zwischen 5 und 20 m hoch. Das klingt verdammt hoch und…äh…ist es auch. Aber keine Sorge, du gewöhnst dich schnell dran. Glaub mir, auch ich musste am Anfang erst mal Schlucken, als ich von oben runtergesehen hab. Mittlerweile macht mir das (fast) nichts mehr aus.

An einer Kletterwand siehst du viele bunte Klettergriffe die auch als Tritte bezeichnet werden. Das kann beim ersten Hinsehen sehr verwirrend sein, aber grundsätzlich bedeutet: Griffe die die gleiche Farbe haben gehören zu einer Route. Eine Route ist quasi dein Weg nach oben. Du entscheidest dich unten und darfst dann beim Klettern nur die Griffe dieser Farbe benutzen. Natürlich schummele ich auch manchmal, wenn ich so gar nicht mehr weiterkomme und greife nach einer anderen Farbe. Aber das solltest du nur in Ausnahmefällen tun, denn damit nimmst du dir selbst den Spaß.

Die Routen haben verschiedene Schwierigkeitsgrade, was du entweder am untersten Tritt ablesen kannst oder an einer Liste die in der Nähe aushängt. In den meisten Kletterhallen hier bei uns ist die UIAA-Skala gebräuchlich. Die fängt in der Halle oft bei Stufe 3-4 an und geht bis zu 8. Grundsätzlich gilt, je niedriger die Zahl, desto leichter die Route, wobei es auch Abstufungen mit + und – gibt. Als Beispiel: 5- ist leichter als eine 5 aber schwerer als eine 4+. Ich klettere momentan etwas zwischen 5- und 6, je nach Tagesform.

Bei der Höhe einer Kletterhalle wirst du beim Klettern mit einem Seil gesichert, falls du fällst. Das bedeutet du brauchst zum Klettern 2 Personen, wobei einer klettert und einer sichert. Die beiden sollten ungefähr das gleiche Gewicht haben, wobei ein schwererer Mensch einen Leichteren sichern kann, aber eben nicht umgekehrt.

Es gibt zwei Arten des Kletterns und der Sicherung in der Halle, Toprope oder Vorstieg. Als Anfänger kletterst du die erste Zeit Toprope und auch ich mag diese Art des Kletterns immer noch gerne. Vorstiegklettern ist etwas schwieriger und bedarf mehr Training. Für diese fortgeschrittene Disziplin musst du einen eigenen Kurs belegen. Auch wenn sie für dich als Anfänger erst mal nicht in Frage kommt, stelle ich sie dir hier trotzdem vor.

Toprope ist wie gesagt die Art des Kletterns, mit der jeder startet. Es bedeutet, das Sicherungsseil (rope) kommt von oben (top) und ist am letzten Karabiner eingehängt. In Kletterhallen hängen meist schon Toprope-Seile bereit, was bedeutet du brauchst kein eigenes mitzubringen und kannst sofort loslegen. Beim Klettern trägst du einen Bauchgurt. An dem befestigst du als Kletterer das eine Ende des Seils, du bindest dich ins Seil ein. Im Anfängerkurs lernst du hierzu den richtigen Knoten kennen.

Der Sichernde trägt ebenfalls einen Bauchgurt. Er benutzt eine spezielle Knotentechnik oder ein Sicherungsgerät, mit dem anderen Ende des Seils. Wie das genau funktioniert und welche Sicherungsgeräte es gibt, erfährst du ebenfalls in einem Anfängerkurs.

Wenn beide bereit sind kontrollieren sie sich gegenseitig, ob die Knoten und Sicherungen richtig angelegt sind und es kann losgehen.

Vorteile vom Toprope: Als Kletterer brauchst du dich nur aufs Klettern selbst zu konzentrieren. Wenn du fällst, dann nur ein paar Zentimeter, weil der Sichernde das Seil möglichst straff hält und wenig sogenanntes Schlappseil lässt.

Nachteil: Meist nur für Kletterrouten geeignet die überwiegend grade nach oben verlaufen. Zudem kann das Seil beim Klettern manchmal im Weg sein.

Die zweite Klettertechnik ist der Vorstieg. Anders als beim Toprope ist das Seil hier nicht bereits im obersten Karabiner eingehängt, du musst es unterwegs selbst in die Zwischensicherungen einhängen, sogenanntes Clippen.

Das Einbinden ins Seil und das Anlegen der Sicherung erfolgt jedoch genauso wie beim Toprope.

Vorteil vom Vorstieg: Es gibt kein störendes Seil von oben. Zudem sind hier auch Routen möglich, die quer verlaufen.

Nachteil: Du musst stets im Blick haben wo du das nächste Mal clippen kannst. Je nachdem wie schnell du bist, ist es zudem mehr oder weniger anstrengend, da du ja eine Hand von der Wand lösen musst. Wenn du fällst, greift das Seil erst ab der letzten Zwischensicherung, was ein paar Meter betragen kann. Auch der Sichernde ist hier stärker gefordert.

Wenn du später mal Vorstieg klettern willst musst du unbedingt zuerst einen Vorstiegskurs besuchen, selbst wenn du schon sehr geübt im Toprope bist.

Bei beiden Techniken bist du irgendwann oben angekommen. Du kommst wieder runter in dem dich dein Kletterpartner kontrolliert abseilen lässt. Das ist nicht schwer, aber sollte auch einmal in einem Anfängerkurs richtig geübt werden.

Daher noch einmal der Hinweis: Bitte geh als Anfänger nur mit einem erfahrenen Kletterer an die Wand, wenn du bloß mal reinschnuppern willst. Noch besser ist es, einen Anfängerkurs zu besuchen. Klettern ist ein toller Sport, aber nur sicher, wenn du bestimmte Dinge beachtest und weißt was du tust.

Im nächsten Beitrag erzähle ich dir mehr übers Bouldern, was ebenfalls eine Variante des Kletterns ist. Zudem fasse ich die wichtigsten Tipps für Anfänger nochmal zusammen. Dort erfährst du auch, welche Bekleidung fürs Klettern am besten ist und welche Ausrüstung du brauchst. Hier geht´s zu Teil 2! 

Ansonsten hier die weiteren Teile der Miniserie:  

Teil 2: Laufen

Teil 3: Yoga

Falls du noch Fragen hast oder Fehler in meinen Beschreibungen findest, lass es mich bitte wissen. Entweder per Kommentar oder per Mail.

Ansonsten freue ich mich natürlich auch sonst über Kommentare in denen du mir über deine Erfahrungen mit dem Klettern berichtest.

Leave a Reply

Untitled design (2)

Ich bin hazeleyednerd

Ich bin Sarah. Musikerin, Nerd und hazeleyednerd in Person. Wenn du mehr über mich erfahren willst, kannst du das hier tun.

Erfahre als Erster wenn es was Neues gibt!

* indicates required

Instagram

Diese Website verwendet Cookies. Mit der weiteren Nutzung von hazeleyednerd erklärst du dich damit einverstanden. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen