Goodbye 20er – Meine 12 persönlichen Veränderungen im letzten Jahrzehnt

Es ist soweit, dieses Jahr werde ich 30 Jahre alt. Ein ganzes Jahrzehnt geht bald vorüber. Ein Jahrzehnt voller Träume und Hoffnungen, aber auch voller Rückschläge und Enttäuschungen. Ich musste mit unglaublich vielen Fehlern klarkommen, aber genauso habe ich auch unglaublich viel gelernt. Doch wer ist die Person, die jetzt hier schreibt? Und wer war sie vor 10 Jahren? Was hat sich verändert?

Es ist offiziell. Ich werde alt. Das Leben ist bald vorbei. Ich bin bald 30!!!

Ich weiß, es tut nicht weh. Ich werde auch nicht an meinem Geburtstag aufwachen und – peng – das Leben wird sich völlig anders anfühlen. Das ist mir schon klar. Aber trotzdem ist es ein großer Schritt, ein Jahrzent des Lebens hinter sich zu lassen und ein völlig neues zu beginnen. Ich glaube das wird mir mit dem Wechsel von den 20ern zu den 30ern das erste Mal wirklich bewusst.

Wenn du 10 Jahre alt bist, machst du dir keine Gedanken darüber, dass du schon ein Jahrzehnt auf der Erde bist. Auch der Wechsel von 19 zu 20 geht klar. Du bist dann einfach kein Teenager mehr. Jetzt bist du erwachsen. Aber du kannst immer noch jede Menge Spaß haben. Spätestens wenn ab 21 Jahren alle Altersfreigaben für dich aufgehoben sind, rockt das Leben richtig, oder?

Doch mit dem Wechsel von 29 zu 30 verhält es sich anders. Ich hab mir vorher manchmal Gedanken darüber gemacht, was ich mit 30 erreicht haben wollte. Wer ich sein wollte, wo ich leben wollte und womit ich mein Geld verdienen wollte. Plötzlich ist es soweit, aber ich bin längst nicht dort angekommen, wo ich geplant hatte. Und doch blicke ich zurück und erkenne: Ich bin nicht mehr der Mensch, der ich mit 20 war. Wann hat sich mein Leben verändert? Und wie? Und die wichtigste Frage:

Was hat sich denn genau geändert?

 

1 Selbstbewusstes Auftreten

Ja, ich bin selbstbewusster geworden. Ich brauche auch heute noch manchmal eine Warm-up-Phase, wenn ich auf neue Menschen treffe. Aber oft bekomme ich direkt meinen Mund auf. Ich halte nicht mehr hinter dem Berg, wenn ich anderer Meinung bin. Ich kann nein sagen, wenn es sein muss. Fehler die mir unterlaufen sind kein Weltuntergang mehr. Ich kann dafür einstehen und daraus lernen. Und nicht zuletzt: Ich kann Entscheidungen treffen auch wenn sie anderen nicht gefallen.

All das konnte ich mit Anfang 20 nicht oder es fiel mir zumindest verdammt schwer. Ich war schüchtern, vorsichtig und still. Am liebsten wurde ich gar nicht bemerkt und konnte im Stillen vor mich hinleben. Eine Eigenschaft die ich mir schon als Kind und Teenager angeeignet habe und die viele Introvertierte wahrscheinlich kennen. Aber damit blockiere ich mich selbst. Ich kann nicht bekommen was ich will, wenn ich es nicht sage. Ich kann nicht erwarten dass andere Menschen wissen was ich denke, wenn ich es nicht ausspreche. Ich kann den wichtigen und interessanten Personen nicht auffallen, wenn ich unsichtbar bin.

 

20er
Damals Anfang 20 noch mit Piercing.

Außerdem ist es verdammt anstrengend. Denn auch ich kann nicht wissen, was andere denken. Aber anstatt meine Entscheidungen zu treffen, habe ich stets Rücksicht auf andere genommen. Aber wie kann ich wissen, was sie wollen? Wie kann ich wissen, was für sie am besten ist? Wie kann ich daher eine Entscheidung für sie mit treffen? Die Antwort ist einfach: GAR NICHT!

Daher hab ich aufgehört mir darüber Gedanken zu machen. Natürlich stoße ich damit andere manchmal vor den Kopf. Mit einer Entscheidung die ihnen nicht gefällt. Mit der Tatsache, dass das stille Mädchen durchaus seinen Mund aufmachen und nein sagen kann. Damit, dass das Mädchen sich nicht mehr manipulieren lässt. Damit, dass ich mich bei Fehlern nicht unterkriegen und einschüchtern lasse, sondern dazu stehe und daraus lerne.

Aber es gibt auch Menschen, die genau das zu schätzen wissen. Das sind die starken Menschen, die für sich selbst die Entscheidungen treffen und das auch von anderen erwarten. Die Menschen, die dich nicht fragen weil sie eine bestimmte Antwort erwarten. Sie fragen dich einfach, um zu wissen was du willst. Diese Menschen können dann auch mit deiner Entscheidung umgehen, egal wie sie ausfällt.

 

2 Endlich den eigenen Stil gefunden zu haben

Ich hab viel ausprobiert. Anfang 20 hatte ich noch die letzten Ausläufer meiner Punk-Phase. Das bedeutete zerrissene Hosen, lila Strähnchen in den Haaren und die Jeansjacke voller Aufnäher. Mit einem Blazer brauchte mir niemand anzukommen, geschweige denn mit Rock und Kleid. Aber eigentlich sah das alles nicht wirklich fertig aus. Ich hatte keine Ahnung von Stil und keinen Modegeschmack. Mein Kleiderschrank war bunt gemischt und nichts passte zum anderen.

20er
Anfang 20 mit herausgewachsenem Pony und Piercing

Heute ist das anders. Ich weiß genau was ich will und was mir steht. Fehlkäufe kommen bei mir noch höchst selten vor. Ich habe für mich die perfekte Mischung gefunden zwischen lässig, chic und weiblich. Das mag nicht jeder so sehen und manche finden meine Farbwahl vielleicht zu eintönig. Denn im Grunde mag ich bei meiner Kleidung schwarz, weiß und Grautöne gemischt mit Naturfarben wie grün und braun, vielleicht noch dunkelblau. Nur weniges fällt aus diesem Schema. Aber es passt zu mir, das bin ich.

Das kann ich dann auch nach außen ausstrahlen. Ich fühle mich wohl in meiner Kleidung und bin daher auch sonst entspannter und selbstbewusster. Ich muss niemandem mehr mit meiner Kleidung etwas beweisen. Weder wie erwachsen noch wie rebellisch ich bin. Es kann sein dass ich mit wasted Jeans, Bandshirt und Chucks rumlaufe, und trotzdem auf meinen Kopfhörern die Bach Kantaten anhöre.

Mit meinem Style drücke ich heute aus wer ich bin und nicht mehr wer ich vorgeben will zu sein.

 

3 Anfangen, Träume in Pläne zu verwandeln

Introvertierte sind Meister im Tagträumen. Ich bin da keine Ausnahme. Heute versinke ich aber immer seltener darin. Denn richtig gut wird es erst, wenn dein Leben plötzlich die Verwirklichung dieses Traumes ist.

Ich habe ständig von den Dingen geträumt, die ich einmal tun möchte. Irgendwann. Später.

Aber ich musste einsehen, dass es dieses irgendwann nicht gibt. Ich musste anfangen, meine Träume in Handlungen zu verwandeln. Das bedeutet Mut und ich musste dazu oft raus aus der Komfortzone. Aber dieses Gefühl wenn es so weit ist, ist unschlagbar.

20er

Wenn du wirklich deinen Traum lebst. Sei es nur der Urlaub, den du immer schon planst. Der Jobwechsel, den du immer schon anstrebst. Von mir aus auch das Gadget, dass du dir immer schon kaufen wolltest. Hör auf zu träumen, tu es. Du kannst es dir nicht sofort leisten? Dann fang an, dafür zu arbeiten. Du traust dich nicht, den großen Sprung zu wagen? Dann hüpf in kleinen Schritten voran. Es ist egal, wie schnell du dich auf deinen Traum zubewegst Hauptsache du bewegst dich überhaupt.

I´m not telling you it is going to be easy, I´m telling you it´s going to be worth it.

 

4 Mich mit Menschen umgeben, die mir gut tun.

Vor allem als introvertierter Mensch ziehst du oft die Menschen an, die dich ausnutzen. Da du nicht klar deine Meinung sagst und Konflikte vermeidest, bestimmen sie, was getan wird. Im schlimmsten Fall ziehst du Menschen an die es lieben, Macht über andere Menschen auszuüben. Im besten Fall ziehst du einfach nur Menschen an, die dich Lebenszeit kosten. Lebenszeit die du mit Aktivitäten verbringen könntest, die dir wirklich Spaß machen und nicht bloß den Menschen, mit denen du dich umgibst.

Das klingt hart und ehrlich gesagt, es ist hart. Du musst nein zu Menschen sagen, zu denen du noch nie nein gesagt hast. Dabei kann es passieren, dass du diese Menschen vor den Kopf stößt und vielleicht sogar ewig als Freunde verlierst.

Aber wenn du deine Einstellung änderst, selbstbewusster wirst und für dich selbst einstehst, wirst du dafür andere Menschen finden. Menschen die damit umgehen können, dass du eine eigene Meinung hast. Die dir nicht deine Zeit stehlen sondern mit dir die Aktivitäten teilen, die dich wirklich interessieren.

Ich hab viel Zeit mit Dingen verschwendet, die anderen Menschen viel mehr Spaß gemacht haben als mir. Dabei mache niemandem einen Vorwurf, außer mir selbst. Ich hab einfach nicht klar gesagt, was ich will. Vielleicht wusste ich es auch gar nicht, weil ich einfach nie darüber nachgedacht habe. Ich wusste nur, dass es sich für mich nicht vollkommen richtig angefühlt hat. Aber ich bin trotzdem mitgelaufen, weil es einfacher für mich war.

Heute kann ich aussprechen, was ich tun will. Ich kann mich mit Menschen umgeben, die das ebenso sehen oder es zumindest akzeptieren. Es ist nicht leicht, neue Kontakte zu finden, vor allem nicht für mich. Aber es lohnt sich und es gibt mir die Möglichkeit, meine Lebenszeit so zu nutzen wie ich das möchte und es voll und ganz zu genießen.

 

5 Keine Angst vor Ehrlichkeit

Ich hab es bereits erwähnt und sag es nochmal, weil es so wichtig ist. Ich musste lernen ehrlich zu sein. Vor allem zu mir selbst. Ich musste herausfinden was ich will und das aussprechen. Ich kann nicht wissen, was andere Menschen wollen. Ich kann die Entscheidung nicht für sie treffen. Ich kann mir nicht ausmalen, welche Entscheidung sie am besten zufrieden stellen würde. Weil ich es einfach nicht weiß. Selbst wenn, warum sollte ich das tun? Selbst unzufrieden sein, nur um anderen zu gefallen? Das ist totaler Mist! Ehrlich, das ist es.

Zumal die meisten Menschen dich nach deiner Meinung fragen um herauszufinden was du willst. Nicht mehr und nicht weniger. Sie können nicht wissen, was du denkst und fühlst. Daher müssen sie fragen. Doch sie wollen keine Antwort hören die ihnen gefällt, sie wollen wissen was du denkst. Zumindest die meisten Menschen, auf die anderen solltest du erst recht keine Rücksicht nehmen.

20er

Ich musste daher lernen klar zu sagen was ich will. Denn genau darum geht es bei Entscheidungen. Wenn ich etwas sage, nur um es anderen recht zu machen ist das absolut der falsche Weg. Diese Menschen gehen nämlich davon aus, dass das wirklich meine Entscheidung ist und ich damit glücklich bin. Immerhin haben sie mich ja gefragt. Daher verhalten sie sich entsprechend. Ich Wirklichkeit fühlt sich die Entscheidung für mich aber nicht gut an. Das führt zu jeder Menge Missverständnisse. Außerdem zu Irritationen, wenn ich mich endlich doch traue, meine wahre Entscheidung kundzutun. Das klingt furchtbar kompliziert und ist es auch. Daher habe ich gelernt bei einer Entscheidung durchzuatmen und dann zu sagen, was ich denke und möchte. Es ist so einfach!

Doch zum Thema Ehrlichkeit gehört auch die Tatsache, nein zu sagen. Um Hilfe zu bitten, wenn ich Hilfe brauche. Schwäche und Gefühle zu zeigen. Fehler einzugestehen. All das ist tough, aber es ist möglich und tut weniger weh als ich geglaubt habe. Zudem lässt es andere Menschen mich besser verstehen. Verstehen, wer ich wirklich bin und wie ich wirklich ticke. Was ich wirklich will und brauche. Und genau dafür lohnt es sich.

 

6 Konzentrieren auf die wirklich wichtigen Dinge im Leben

Es gibt so viele Dinge, die total unwichtig sind. Dinge, die dich ablenken und dir Lebenszeit stehlen. Mach dich frei davon! Oder gib ihnen nur einen bestimmten Raum in deinem Leben. Ich mag es, Serien und Filme anzusehen. Aber ich begrenze meine TV-Zeit auf ein Minimum, weil es ebenfalls ein furchtbarer Zeitdieb ist. Ich mag es, auf der Playstation zu zocken. Aber auch hier setze ich mir feste Zeiten. All das mag Spaß bringen, aber eigentlich ist es nicht wirklich wichtig.

Die wichtigen Dinge sind Zeit mit anderen, wertvollen Menschen zu verbringen. Meinen Platz und meine Aufgabe im Leben zu finden. Diese Welt ein Stück besser zu machen. Alles andere ist nur Beiwerk auf dem Weg dorthin. Ich musste lernen, dem nur die Zeit zu geben, die unbedingt nötig ist.

Dafür musste ich mich auch von materiellen Dingen befreien. Ich spiele seit längerem mit dem Gedanken des Minimalismus. Ich habe für mich einen Weg gefunden, ihn ein Stück weit in mein Leben zu integrieren. Denn auch das Lösen von materiellen Dingen schafft dir Freiheit. Auch hier solltest du dich auf das besinnen, was wirklich wichtig ist.

 

7 Keinen All-Inkl. Urlaub mehr buchen

Party Urlaub mit Buffet den ganzen Tag und Animationsprogramm? Nein, danke. Ich möchte mehr vom Land sehen als bloß das Hotel und den Strand. Ich möchte wirklich in die Kultur eintauchen und mich dort aufhalten, wo die Locals sind. Ich habe mehrmals All-Inkl.-Urlaub gebucht und das Einzige was ich mit nach Hause gebracht habe, war eine Sonnenbräune. Ich habe nicht viel vom Land gesehen außer den typischen Touri-Spots. Manchmal sogar nur den hoteleigenen Strand. Bis ich irgendwann festgestellt habe, wie unbefriedigend das ist. Bis ich herausgefunden habe, wie gut die regionale Küche eines Landes sein kann. Dort wo die Locals essen. Wie viel neue Eindrücke eine neue Kultur bringen kann. Aber dazu musste ich raus aus der Komfortzone der Hotelbunker.

Ich stehe da immer noch am Anfang, da ich zwar schon lange keinen All-Inklusive-Urlaub mehr unternommen habe, aber auch noch nicht wirklich viele Individualreisen. Aber hey, ich bin erst fast 30 und somit immer noch jung genug.

 

8 Langsam reisen ist besser reisen

Das spielt ins gleiche Thema wie Punkt 7. Langsames Reisen bedeutet, länger an einem Ort zu sein und andere Fortbewegungsmittel zu nutzen. Ich bin langsamer unterwegs wenn ich die öffentlichen Verkehrsmittel nutze, aber ich sehe mehr von Stadt und Land. Ich sehe allerdings weniger von einem Land oder einer Stadt, wenn ich länger an einem Ort bleibe. Dafür tauche ich tiefer ein. Mittlerweile denke ich, erst dann habe ich ein Land wirklich bereist.

 

9 Interesse an Kultur, Geographie und Politik

Früher hat mich Geschichte und Kultur nicht wirklich interessiert. Ich wusste wenig über die Geschichte dieses Landes, über berühmte Personen oder über Ereignisse, die geschehen sind. Dabei lässt mich die Vergangenheit besser verstehen, warum die Dinge in der Gegenwart so sind wie sie sind. Zudem können wir nur aus Fehlern lernen, wenn wir uns mit ihnen beschäftigen und unsere Lehren daraus ziehen.

Warum hat mich das alles also früher nicht interessiert? Und warum geht es mir da ähnlich wie vielen anderen jüngeren Menschen ebenso? Es mag verschiedene Gründe geben. Einer davon ist aber definitiv: Weil es, vor allem in der Schule, staubtrocken und langweilig gelehrt wird. Zumindest war das ein Grund für mich. Erst als ich die Orte wirklich besucht habe, hab ich angefangen mich für ihre Geschichte zu interessieren. Jugoslawien etwa war für mich vorher nur ein Begriff. Erst als ich Belgrad besucht habe, hab ich mich für die Geschichte dieses ehemaligen Staates interessiert. Plötzlich war das greifbar für mich.

Heute würde ich den Geschichtsunterricht spannend und lehrreich finden. Damals in der Schule war es bloß stupides auswendig lernen von Namen und Jahreszahlen. Genauso verhält es sich mit Geographie. Erst als ich mich wirklich mit den Orten beschäftigt habe, fand ich sie spannend. Nicht aber wenn ich auf Karten in Atlanten blicke und die Position von Städten auswendig lerne.

Natürlich war ich mit 20 schon lange nicht mehr in der Schule. Aber dieses Interesse an Kultur und Politik hat sich erst nach dieser Zeit entwickelt. Mittlerweile höre ich mir sogar morgens auf dem Weg zur Arbeit die Presseschau im Radio an. Damit bin ich über die wichtigsten Themen des Tages schon mal informiert.

 

10 Mein Körper ist mein Tempel

Früher hab ich gegessen, was da war. Meistens Fast Food oder einfach gesagt: alles was schnell ging und satt machte war gut. Kochen mochte ich noch nie so wirklich. Ich habe als Kind schon nicht oft den Kochvorgang miterlebt. Wenn ich aus der Schule heimkam, war das Essen bereits fertig. Am Wochenende gab es auch nur Essen das sich schnell und ohne großen Aufwand zubereiten ließ.

Heute achte ich darauf, was ich esse. Ich bin seit einigen Jahren Vegetarier und habe selten Schokolade oder anderen Süßkram im Haus. Dieses Jahr will ich noch extremer werden. Ich will endlich auch in der Mittagspause nur wirklich gesundes Essen zulassen. Selbst wenn ich es mir am Tag zuvor vorkochen muss. Zudem will ich den Zuckerkonsum auf ein Minimum reduzieren. Egal ob bei Getränken oder beim Essen. Nicht zuletzt nehm ich mir vor mindestens 2 Stück Obst am Tag zu verzehren.

Johannisbeeren gibt’s auch in weiß.

Ein von Sarah (@hazeleyednerd) gepostetes Foto am

Sport war ebenso nie ein Thema. Ich war nie der Mannschaftssportler, erst recht nicht bei Ballsportarten. Aber in der Schule ist das Thema Mannschaftssport am meisten vertreten, einfach weil du somit viele Kinder gleichzeitig beschäftigen kannst. Da ich aber darin nicht wirklich viel Talent besitze, war ich lange Zeit in dem Glauben ich sei unsportlich. Ich hatte aufgrund der schlechten Erfahrungen auch absolut keine Lust zum Sport.

Allerdings ist meine Schulterpartie oft verspannt. Seit ich einen sitzenden Bürojob habe, ist es noch schlimmer. Also musste ich mir einen sportlichen Ausgleich suchen. Nach etlichen Anläufen in diversen Fitnessstudios kam ich schließlich zum Klettern. Und siehe da, ich fand einen Sport an dem ich unglaublich viel Spaß hatte und in dem ich sogar recht gut war. In der Schulzeit waren wir nicht ein einziges Mal an einer Kletterwand. Vielleicht hätte ich dann schon früher festgestellt, dass Sport und Spaß kein Widerspruch sind. Plötzlich war alles so einfach. Schon nach kurzer Zeit verschwanden meine Schulterschmerzen und ich baute nebenher noch definierte Muskeln auf.

Heute habe ich mich sogar zusätzlich für eine Ausdaueralternative entschieden. Ich laufe alle 2 Tage meine Runden an der Saar entlang oder durch den Park. Laufen war für mich in Schulzeiten eher Bestrafung und auch heute muss ich sagen: meistens macht das keinen Spaß. Aber mittlerweile hab ich ein Körperbewusstsein entwickelt und weiß dass es mir einfach gut tut.

20er
Ende 20 – meine ersten Erfolgserlebnisse beim Laufen

 

11 Arbeitsroutine und Lebenserfahrung

Als ich mit Anfang 20 anfing zu arbeiten, war alles neu und aufregend. Der neue Job, die neue Routine, Kollegen unterschiedlichen Alters, ich musste meine Zeit selbst managen etc. Mittlerweile hab ich das ganz gut drauf. Ich weiß, wie ich strukturiert arbeite und wann ich produktiv bin. Ich weiß wie ich mich selbst motiviere und am Ball bleibe.

All das war ein Lernprozess indem ich mich selbst kennenlernen musste. Ich musste auf die Zähne beißen und lernen, Wichtiges von Unwichtigem zu trennen. Ich musste lernen Ablenkungen zu eliminieren oder ihnen zu widerstehen. Ich musste aber auch lernen, nein zu sagen und arbeiten zu delegieren. All das konnte und wusste ich mit Anfang 20 einfach noch nicht. Selbst wenn, manchmal hätte ich es mich einfach auch nicht getraut. Zum Beispiel einfach mal arbeiten abzulehnen oder zu verschieben weil ich sie heute nicht schaffe.

Zudem habe ich heutedie Routine, auch mal über den Tellerrand zu blicken. Ich kenne die Zusammenhänge und kann somit bessere Entscheidungen treffen, die schneller ans Ziel führen. Doch dazu musste ich Fehler machen und aus ihnen lernen. Das ist manchmal hart und tut weh, ist aber nötig. Nur durch diese Fehler konnte ich stärker und besser werden.

 

12 Netzwerken

Mit Anfang 20 besteht dein Netzwerk vielleicht noch aus deinen Schulfreunden. Oder aus den Menschen, mit denen du während deiner Ausbildung zu tun hast. Dann beginnst du zu arbeiten und dein Netzwerk erweitert sich. Zuerst nur in deiner Firma, über deine Kollegen zu anderen Abteilungen, zu Lieferanten und Kunden. Richtig spannend wird es aber, wenn dein Netzwerk sich branchenübergreifend ausdehnt. Wenn du überall Menschen kennst bedeutet das nicht nur, dass du überall einen Ansprechpartner hast. Es bedeutet einfach auch, dass du die Welt etwas besser verstehen lernst. Wenn du erfährst wo und wie andere Menschen arbeiten, bekommst du neue Impulse für deine eigene Arbeit. Wenn du erfährst, wo und wie Menschen leben, hat das Auswirklungen auf dein Leben. Oder zumindest kann es das.

Egal wie, es ist super spannend neue Menschen kennenzulernen und sich mit ihnen in einem Netzwerk zu verbinden. Dafür solltest du mit so vielen Menschen wie möglich ins Gespräch kommen. Ehrlich gesagt eins der Dinge, die ich überhaupt nicht gut konnte. Doch ich musste das lernen, es führte kein Weg daran vorbei. Und mittlerweile kann ich dir sagen: es macht Spaß. Zudem lernst du viele interessante Menschen und ihre Geschichte kennen.

Dieses Jahr will ich das noch verstärken. Meine Regel die ich mir selbst auferlegt habe: Stelle jedem Menschen den du triffst mindestens 5 Fragen. Wenn es gut läuft, ist spätestens dann ein Gespräch zwischen euch im Gange.

Das waren so weit die 12 wichtigsten Veränderungen, die mir einfallen. Zumindest was das Thema persönliche Entwicklung betrifft. Ich bin jetzt schon gespannt wie diese Liste in 10 Jahren aussehen wird.

 

Wie hast du dich in deinem letzten Jahrzehnt geändert? Oder bist du noch derselbe Mensch?

4 Responses
  1. Hallo Sarah,

    schön, dass du wieder da bist und dann mit einem so wunderbaren Artikel.

    Es war mir ein Fest, dich 2015 kennen zu lernen und ich würde mich freuen, dich 2016 mal wieder zu sehen! Ich hätte allerdings nie gedacht, dass du introvertiert bist. Wusstest du, dass ich gerade in Belgrad das Introvertiert-Buch von Patrick Hundt las? Seither habe ich auch Still gelesen und mich noch ein bisschen mit dem Thema beschäftigt.

    Gerade die Punkte bewegen, essen und Co. nehme ich mir oft vor, verwirkliche sie aber nicht. Ich muss mal schauen, ob das 2016 besser klappt. Allerdings mit der Häppchentaktik. Alles auf einmal geht gar nicht.

    Ehrlich gesagt waren die 30er mit kleinen Ausnahmen bisher meine besten Jahre freu dich darauf!

    Alles Liebe
    Tanja

    1. Sarah

      Hallo Tanja,

      danke dir.
      Ja, ich bin introvertiert, aber ich lernen jeden Tag dazu trotzdem gehört und gesehen zu werden. Und wie ich in dem Beitrag geschrieben habe, hab ich in den letzten 10 Jahren einiges gelernt.
      Ansonsten würde es mich freuen dich 2016 wieder zu sehen. Bis dahin werden wir uns wahrscheinlich noch oft lesen. 😉
      Alles Liebe auch für dich.

  2. Hi Sarah,

    ein schöner Post, den ich jetzt überflogen habe und mir später nochmal und in Ruhe zu Gemüte führen werde – „slow food for thought“ sozusagen, fein geschrieben. Ich freue mich auch, Dich 2014/15 kennengelernt zu haben!

    Als „Intro“ habe ich das Buch von Sylvia Löhken im Regal: „Leise Menschen – starke Wirkung“, das gerade das Wirken von introvertierten Menschen im Berufsumfeld behandelt. Besonders deutlich wird mir mein Intro-Sein immer wieder in der Medienwahl – lieber posten, schreiben, mailen als anrufen oder persönlich treffen…

    Es ist gut bewußt zu spüren, dass man auf dem Weg ist. Und nicht rennen muß. Es darf auch langsam gehen, es dürfen Fehler passieren. Alles OK. Achtsam bleiben für die kleinen Dinge, für die Menschen die man trifft – und die eigenen (großen) Ziele nicht aus dem Blick verlieren. Geduld haben mit sich und anderen.

    Gruß Carsten

    1. Sarah

      Hallo Carsten,

      danke dir. Ich hab mich auch gefreut dich kennengelernt zu haben. Vielleicht sieht man sich ja mal wieder.
      Mit der Wahl der Medien stimme ich dir vollkommen zu. Ich kann mich auch viel besser schriftlich ausdrücken. Aber ich habe festgestellt, wenn der richtige Mensch mir zuhört und mir die Zeit gibt, kann ich mich auch mündlich ausdrücken. Fällt mir nur noch nicht immer so wirklich leicht. Aber wie du schon sagst, langsam gehen im eigenen Tempo, Fehler passieren lassen und Geduld mit sich haben. Besser hätte ich es nicht ausdrücken können.

      Viele Grüße,
      Sarah.

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