Erst denken, dann klicken. So entlarvst du Fake-Meldungen.

Wir alle kennen sie. Die Meldungen über gefährliche Chemtrails, über Telefonnummern, die deine gesamte Kontaktliste löschen, wenn du drangehst oder über weiße Lieferwagen, die regelmäßig Kinder/Hunde/Briefkästen entführen. Nicht immer ist es offensichtlich, einen Fake zu erkennen. Doch in der Zeit der sozialen Medien, in der jeder alles posten kann, ist es umso wichtiger genau nachzufragen. Doch was ist eigentlich ein Fake? Und wie erkennst du ihn als solchen?

Genau diese Fragen hab ich mir gestellt, als ich den Vortrag von Andre Wolf besuchte. Der Titel des Vortrags lautete: Mimikama- erst denken dann klicken. Andre ist Mitbegründer der Seite Mimika.at, die es sich zur Aufgabe gemacht hat Fake-Meldungen aufzudecken. Auf der Internetseite oder der Facebookseite von Mimikama können Nutzer Fake-News melden oder sich über die Hintergründe zu bereits gemeldeten Beiträgen informieren. Mittlerweile gibt es sogar ein Buch von Mimikama zum Thema.

 

Beim Vortrag hat uns Andre erst mal die Geschichte zu Mimikama erzählt. Die Idee und die Seite entstand nämlich durch die Tatsache, dass der zweite Mitbegründer Tom Wannemacher selbst Opfer eines Fake wurde. Um das anderen zu ersparen, gründeten die beiden Mimikama, um die Fake-News zu sammeln und die Öffentlichkeit aufzuklären und zu informieren.

Finanziert wird das Ganze durch Kooperationspartner aber auch durch Werbung auf der Homepage und Spenden. Die meisten Mitarbeiter die bei Mimikama arbeiten, sind jedoch ehrenamtlich beschäftigt. Sie tun das also wirklich aus dem Antrieb heraus, da sie die Wichtigkeit der Seite erkannt haben.

Denn Fake-Nachrichten nehmen stetig zu. Was als Nische vor allem in den sozialen Netzwerken begonnen hat, hat sich nun zu einem Monster entwickelt. Viele Menschen sind verunsichert, vor allem da manchmal einfach nicht mehr erkennbar ist, was denn nun Fake ist und was nicht. Selbst wenn du keinen Zugang zu Facebook hast, bist du trotzdem nicht davor sicher. Bestimmt kommt dir zum Beispiel eine der Urbanen Legenden bekannt vor, wie etwa die „Spinne in der Yucca-Palme“ und „HIV-Nadeln in Kinositzen“. Genauso ein Fake wie die angebliche Organmafia aus Osteuropa, deren Stories vor ein paar Jahren herumgeisterten. Oder die Geschichte, dass es Bielefeld ja angeblich nicht gibt und Chemtrails so böse sind.

All das nervt und es verunsichert, weil es manchmal schwer wird zu erkennen was wahr ist. Doch wie erkennst du einen Fake? Und was kannst du dagegen tun?

Dazu musst du wissen, es gibt verschiedene Arten von Fakes und daher auch verschiedene Methoden sie zu erkennen.

 

Fake-News

Fake-News sind schlicht und einfach frei erfundene Meldungen, die sich als Nachrichten tarnen. In ihnen steckt kein Körnchen Wahrheit. Die Intention dahinter ist, Klicks zu generieren um damit Geld zu verdienen. Wenn du auf den angehängten Link klickst, wirst du auf eine Website weitergeleitet bei der sich fast sofort das erste Werbefenster öffnet, oft mit pornografischem Inhalt. Auch die restliche Werbung der Seite ist meist in diesem Stil gehalten. Falls dir das noch nicht als Indiz reicht, den Fake zu erkennen, wirf einen Blick ins Impressum, wenn überhaupt vorhanden. Wenn du keinen Namen dort findest, deutet das ebenfalls auf einen Fake hin. Ebenso wenn etwa eine Adresse in Osteuropa angegeben ist, obwohl die Seite komplett auf Deutsch verfasst ist.

 

Hybridfälschungen

Das sind Fakes, die auf einem wahren Kern beruhen. Entweder ist das verwendete Bild tatsächlich echt, passt aber nicht zur Meldung. Oder die Meldung ist echt, hat aber mit dem Bild nichts zu tun. Am häufigsten kommt es aber vor, dass die Meldung und das Bild echt sind, aber bestimmte Tatsachen absichtlich weggelassen oder falsch dargestellt wurden.

Die Hybridfälschung ist der am häufigsten vorkommende Fake. Manchmal steckt die Intention dahinter, die Meinung des Lesers gezielt zu beeinflussen. Es kommt jedoch auch vor, dass die Meldung über die Zeit gewachsen ist oder sich verändert hat. Ähnlich wie beim Prinzip des Spiels „Stille Post“. In dem Fall wissen die Menschen nicht, dass sie einem Fake auf den Leim gegangen sind, eben, weil es oft nicht auf den ersten Blick ersichtlich ist.

Was du als Erstes tun solltest, ist nach der Quelle zu fragen. Woher stammt diese Information? Wenn auf eine Website oder ähnliches verwiesen wird, schau dir die Originalnachricht an. Auch hier hilft ein Blick ins Impressum, wenn du dir bei der Quelle nicht sicher bist wer dahintersteckt. Weiterhin kannst du nach anderen Nachrichten zum Thema suchen. Gib einfach bei einer Suchmaschine die Stichwörter ein und vergleiche, was du findest. Haben andere Websites, Medienanstalten oder Portale darüber geschrieben? Gibt es Berichterstattungen von der Polizei? Wie wird das Thema hier dargestellt?

Vielleicht hilft dir auch die Bildersuche weiter. Wenn die Nachricht etwa vom Januar 2017 stammt, du das Bild aber schon im Rahmen einer Nachricht zum August 2015 findest, dann ist irgendwas faul.

Grundsätzlich gilt, je dramatischer die Meldung aufgesetzt wird, je mehr sie also auf Emotionen wie Wut, Mitleid etc. abzielt, desto genauer solltest du hinsehen und hinterfragen.

 

Verschwörungstheorien

Verschwörungstheorien sind meist komplett frei erfundene Theorien. Hierbei ist zu unterscheiden, ob der ursprüngliche Verfasser der Theorie daran glaubt oder ob es sich um eine Satire-Nachricht handelt, die sich verselbstständigt hat. Verschwörungstheorien sind meist in sich geschlossen, das bedeutet sie halten den oberflächlichen kritischen Fragen stand. Beim Aufdecken hilft auch hier nach der Quelle zu forschen um herauszufinden, was dahintersteckt.

 

Satire

Satire ist ein Fake, der gezielt als solcher verstanden werden möchte. Leider funktioniert das nicht immer, was regelmäßig dazu führt, dass zum Beispiel Meldungen des Postillions wütend kommentiert oder als angebliche Wahrheit weiterverbreitet werden. Ich wiederhole mich, ich weiß. Aber die Quelle der Nachricht ist auch hier der Schritt zur Lösung.

 

Falschmeldung

Als Letztes gibt es natürlich die klassische Falschmeldung. So bezeichnet man eine Meldung, bei der wichtige Fakten nicht korrekt sind. Etwa wenn der Verfasser den Namen der genannten Personen vertauscht oder ihm ein Tippfehler nicht aufgefallen ist. Falschmeldungen sind nicht bewusst falsch aufgesetzt und werden meist schnell nach Veröffentlichung vom Verfasser mittels einer Korrektur aufgeklärt. Leider passiert es dennoch manchmal, dass die Korrektur nicht schnell genug eintrifft, bevor die Falschmeldung bereits die Runde gemacht hat.

 

Was ist jetzt das Fazit draus? Musst du bei jeder Nachricht oder Meldung den Hintergrund checken? Nein, natürlich nicht. Aber du solltest bei jeder Nachricht genau hinsehen und sie hinterfragen. Verlass dich bei Nachrichten evtl. nicht auf ein Medium, sondern lies den Bericht aus verschiedenen Sichtweisen. Werde misstrauisch, wenn keine Quelle angegeben ist oder die Meldung überdramatisch dargestellt wird. Wenn du dir nicht sicher bist, kannst du die Meldung auch an Mimikama zur Überprüfung weiterleiten. Entweder über die Facebookseite oder die Homepage.

Grundsätzlich gilt, hör auf dein Bauchgefühl und schalte deinen gesunden Menschenverstand ein. Wie der Titel schon sagt, erst denken, dann klicken.

Bist du schon mal einem Fake auf den Leim gegangen?

2 Responses
  1. Liebe Sarah, guten Morgen,

    ich habe mich gerad sehr gefreut, dich & deine Seite – übrigens über „ohmyyogi“ – entdeckt zu haben. Welch‘ schöne inspirierende Seite du hast, mit so ganz vielfältigen Themen. Interessant auch dieser Artikel zu den Fake-Meldungen! Gut, dein Impuls, genauer hinzuschauen und sich zum Beispiel auch mit dem Impressum konkreter zu befassen.
    Ich habe mir deinen Blog gleich als Lesezeichen gesetzt und werde die Tage weiterstöbern.
    Sicher fühlte ich auch eine Resonanz bei dir, da ich auch Musikerin & Musiktherapeutin bin:-), mir Freiheit & ein Leben in Fülle sehr am Herzen liegen, und da ich mich auch besonders gerne schriftlich ausdrücke.
    Ich würde mich sehr freuen, wenn du auch mal auf meiner Blog-Seite vorbeischaust. Hier geht es um die Themen Selbstfürsorge, bewusste Kommuniktation, die Tiefen & Abgründe des Lebens.

    Gehab dich wohl, alles Gute sendet
    Carolin

    1. Sarah

      Hallo Carolin,

      danke dir für die lieben Worte. Ich werde auf jeden Fall mal auf deinem Blog vorbeischauen.

      Ich wünsche dir einen schönen Tag,

      alles Liebe,

      Sarah.

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