Der Bloggerbus unterwegs im Europäischen Kulturpark

[Werbung] Der Bloggerbus rollte wieder. Diesmal verschlug es uns an die Grenze von Saarland und Frankreich, genauer in den Europäischen Kulturpark nach Bliesbruck-Reinheim. Dort haben wir lecker gegessen, sind zwischen den Zeiten gewandelt und haben gelernt, wie viel Wahrheit hinter Hollywood-Klischees steckt.

Es war ein kalter Sonntagmorgen. Einer dieser Morgen, die ich eigentlich erst Ende Oktober erwarte, nicht aber Anfang September. Vom Sommer weit und breit keine Spur mehr zu sehen. Der Nebel hing tief über der Stadt und ließ den Saarbrücker Winterberg fast vollständig verschwinden. Da ich sowieso kein Morgenmensch bin, es Sonntag war und ich zudem noch Geburtstag hatte, hätte ich allen Grund gehabt, mich einfach tiefer ins Bett zu kuscheln und liegen zu bleiben. Aber um 10 Uhr startete bereits der Bloggerbus und das Programm für den Tag im Europäischen Kulturpark Bliesbruck-Reinheim war dicht gepackt.

Mit dabei waren diesmal Markus, der Organisator des Bloggerbus und Chefredakteur von Popscene, André von André mampft, Angela im Auftrag von Kraftakteur, Tobias von Inszene-Media und Fiona von Projekt Piñata.

Der Europäische Kulturpark liegt genau auf der Grenze, sowohl im deutschen Reinheim, was ein Ortsteil von Gersheim ist als auch im französischen Bliesbruck. Schon bei der Anfahrt offenbart sich der herrliche Blick über die Landschaft. Weit und breit scheint es hier nur Wiesen und Wald zu geben, die sich auf sanften Hügeln dahinziehen, mit Grün soweit das Auge reicht.

 

Erst als ich aus dem Bus aussteige, bemerke ich wie kalt es hier ist. Ich bin dankbar für den Pullover den ich heute Morgen angezogen habe und friere dennoch. Hier draußen hält nicht viel den Wind auf, der unerbittlich über die Wiesen zieht, besonders an solch nebligen Herbsttagen.

 

 

Der Europäische Kulturpark besteht aus großen Rasenflächen, die von Kieswegen umsäumt sind. Dazwischen finden sich nachgebaute Häuser aus der Kelten- und Römerzeit oder die Grundmauern von Ruinen, die bei Ausgrabungen entdeckt wurden. An diesem Sonntag findet das Biosphärenfest 2017 statt, daher reiht sich ein Verkaufsstand neben den anderen. Meistens handelt es sich um Essensstände, vorwiegend mit regionalem Bezug. Bei den Verkaufsständen dominiert ebenfalls das Thema Lebensmittel, verschiedenste Brotsorten, Marmeladen oder Öle. Ein bisschen enttäuscht bin ich, fast gar keine handgearbeiteten Produkte, Kunstobjekte oder ähnliches zu finden. Aber somit wurde mein Portemonnaie wenigstens in der Hinsicht geschont.

 

 

Kurze Zeit später, nach dem ersten Mittagsimbiss, treffen wir auf Andreas. Er wird uns den weiteren Verlauf des Tages als Touristenführer begleiten. Andreas ist studierter Archäologe. Er räumt gleich grinsend mit dem Hollywood-Klischee auf, dass Archäologen mit Hut und Peitsche ausgestattet sind und von einem Abenteuer ins nächste stürzen. Ich hatte eher das Bild im Kopf, dass Archäologen kauzige, ältere Männer sind, die sich an fernen Orten aufhalten und fließend die Zeichenschrift ausgestorbener Kulturen lesen können. Könnte daran liegen, dass ich genauso geschädigt von Hollywood zu dem Thema bin und bisher tatsächlich noch mit keinem Archäologen persönlich gesprochen habe.

 

 

Auf Andreas trifft keines der beiden Klischees wirklich zu, weder scheint er auf den ersten Blick ein verwegener Abenteurer zu sein, noch wirkt er kauzig. Er hat an der Uni in Saarbrücken Archäologie studiert und mit Kelten und Römern ein spannendes Thema für sich gefunden. Seit einigen Jahren ist er beim Europäischen Kulturpark angestellt und führt Schulklassen und Touristen aller Art durch die Ausstellungen.

Unsere erste Station ist das Keltische Grab. Insgesamt wurden 1950 beim Sand- und Kiesabbau in diesem Gebiet 3 Grabhügel gefunden die auf das Jahr 370 v. Chr. datiert werden. Anhand der wertvollen Funde wird vermutet, dass es sich um das Grab einer keltischen Fürstin handelt. Einer der Grabhügel wurde 1999 begehbar rekonstruiert. Er ist schneckenförmig gebaut, so dass wir auf einem gewundenen Gang abwärts ins Innere vordringen. Das Licht ist in einem Halbdunkel gehalten um die Atmosphäre zu verstärken. Hinter Glas liegt eine Puppe, die die Fürstin darstellt, umringt von einigen Grabbeigaben. Ihre wertvollen Armreifen aus purem Gold sowie eine Kanne aus Kupfer bewundern wir in einer separaten Vitrine.

 

 

Nachdem wir dem Grab wieder entstiegen sind, spazieren wir zwischen den Grundmauern einer ehemaligen römischen Villa hindurch, die Teil eines antiken Landgutes war. Wir sind in der Zeit einige Jahrhunderte weiter gereist und bestaunen Grundmauern aus dem 1. – 4. Jahrhundert n. Chr. Das ganze Areal umfasste etwa 7 ha, also 70.000 m². Andreas erzählt uns, dass dies die größte Villa hier in der Gegend darstellt, aber ansässigen Archäologen seien mindestens ein Dutzend weitere Plätze in der Umgebung bekannt, in denen sie vermuten Überreste aus römischer Zeit zu finden. Wir dürfen kurz unter die Plane einer Ausgrabungsstätte blicken und nehmen ein weiteres Klischee unter die Lupe. Denn Archäologen arbeiten nicht mit Zahnbürste und Pinsel, zumindest nicht ständig. Bis es soweit ist kommt vorher oft erstmal die Spitzhacke zum Einsatz, um das oberflächliche Geröll abzutragen. Archäologie ist harte Arbeit.

Wir wandern weiter den Park entlang und begeben uns auf die französische Seite zum Ausstellungszentrum. Das einzige Indiz das auf diese Tatsache hindeutet, ist die Empfangsdame, die uns mit einem reizenden französischen Akzent begrüßt. Im Inneren des Zentrums begutachten wir die Funde der Ausgrabungen. Amphoren, Töpfe und Schüsseln, Statuen, Reste von Wandbildern. Das meiste ist sogar recht gut erhalten.

 

 

Schließlich verkündet Andreas freudestrahlend: „Jetzt hab ich noch was für euch, extra für Blogger!“ Er führt uns in eine separate Halle, in der die Mitmachausstellung gastiert. Hier gibt es verschiedene Stationen in denen das römische Leben nachgebaut werden kann. So darf etwa eine Straße gepflastert werden, eine Fußbodenheizung fertiggestellt oder ein Brunnen gebaut werden. Die Stationen die am meisten Spaß bringen sind der Bau eines Torbogens, der nur als Teamwork realisiert werden kann. Oder das Modell eines Aquädukts, das über einer Landschaft erstellt werden soll und, wie wir erfahren, meistens die Väter anzieht. Wenn du richtig viel Zeit hast, kannst du auch das Mosaik am Boden nachbauen, mit Steinchen von etwa einem halben Zentimeter Kantengröße. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass diese Sonderausstellung vor allem für Kinder das Highlight des Europäischen Kulturparks darstellt. Diese kann übrigens noch bis zum Saisonende am 05. November 2017 besucht werden.

 

 

Mit dieser Station sind wir leider am Ende unseres Ausflugs angekommen. Wir haben längst nicht alles gesehen, das Gelände hat noch viel mehr zu bieten, etwa die Überreste einer römischen Straßensiedlung inklusive öffentlicher Thermen oder ein kleines Keltendorf. Es gibt also genug Gründe, um wiederzukommen. Vor allem da hier auch ständig wechselnde Ausstellungen stattfinden, sei es zum Thema Kelten oder Römer. Wie etwa Matineen, Ausgrabungen für Kinder und interessierte Erwachsene, Römische Spiele, Töpferwerkstätten, römisch angehauchte Kochkurse und vieles mehr. Alle Infos hierzu findest du auf der Internetseite des Europäischen Kulturparks.

Der Eintritt für das komplette Außengelände ist übrigens frei. Die großzügigen Rasenflächen können, und sollen ausdrücklich auch, genutzt werden für Spaziergänge, Picknicks, Spiel und Sport. Einzig der Besuch der Museen kostet Eintritt.

Im Park steht auch eine Grillstelle zur Vermietung bereit und Feierlichkeiten jeglicher Art, inklusive Hochzeiten, können hier gefeiert werden. Platz ist zumindest ausreichend vorhanden.

Ich plane auf jeden Fall nochmal wiederzukommen und den restlichen Park zu erkunden. Vielleicht wenn es Sommer ist und ich meine Hände öfter aus den wärmenden Jackentaschen nehmen kann, um zu fotografieren.

Hier verlinke ich dir nochmal die Facebookseite des Bloggerbus, auf dem du auch alle Mitreisenden wiederfindest und dir weitere Eindrücke abholen kannst. 

Mein Dank geht an das Team des Europäischen Kulturparks, inklusive Andreas, für die Einladung und die interessante Führung, an Markus als Organisator, an meine Mitreisenden (hat wieder mal sehr viel Spaß gemacht) und nicht zuletzt danke an das Autohaus Weiland, das uns das Gefährt, den eigentlichen Bloggerbus, zur Verfügung gestellt hat.

*Wie ich bereits erwähnte wurde ich eingeladen zu diesem Bloggertrip. Meine Meinung wird durch diese Tatsache aber nicht beeinflusst.

Wann führt es dich zu den Kelten und Römern?

4 Responses
  1. Vor deinem Beitrag habe ich noch nie vom Bloggerbus gehört, aber es klingt spannend und ich glaube zum europäischen Kulturpark will ich nun auch unbedingt mal hinfahren. Danke für den Tipp ^o^

    lg,
    Franzi
    von kopfvsherz.wordpress.com

    1. SarahtheBlogleader

      Hallo Franziska,

      sehr gerne. Den Bloggerbus gibt es auch noch gar nicht so lange, das hier war erst die 2. Fahrt. Freut mich dass ich dir Lust machen konnte, dem Kulturpark mal einen Besuch abzustatten.

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